Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #540

Does the Burglar Also Disturb the Neighbor? Crime Spillovers on Individual Well-being

von Daniel Avdic und Christian Bünnings

UDE, RWI, 02/2015, 28 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-618-5 DOI: 10.4419/86788618

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Zusammenfassung

Indirekte psychologische Effekte stellen möglicherweise einen erheblichen Teil der durch Kriminalität verursachten Gesamtkosten dar. Um zu analysieren, ob regionale Kriminalitätsraten die mentale Gesundheit beeinflussen, nutzen wir detaillierte Kriminalitätsinformationen für Deutschland und verknüpfen diese mit Informationen zu individueller mentaler Gesundheit aus dem Sozio-ökonomischen Panel. Unsere Schätzergebnisse implizieren, dass der Anstieg um eine Standardabweichung in der Gewaltverbrechensrate das mentale Wohlbefinden der lokalen Bevölkerung signifikant um durchschnittlich ein Prozent reduziert. Für Eigentumsdelikte und die Gesamtkriminalitätsrate beobachten wir geringere Effekte. Die Ergebnisse werden weder durch Wohnortwechsler beeinflusst noch sind sie auf urbane Regionen begrenzt, sondern sind vielmehr durch weniger dicht besiedelte Regionen getrieben. Im Gegensatz zur Literatur zur Angst vor Kriminalität beobachten wir, dass Männer, höher Gebildete und Alleinstehende sensibler auf Veränderungen in der regionalen Gewaltverbrechensrate reagieren. Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass diejenigen, die mehr Angst vor Kriminalität haben, entsprechende Coping-Strategien entwickelt haben und daher auch weniger auf Veränderungen in der Kriminalitätsrate reagieren.

JEL-Classification: C23, I18, K42, R23

Keywords: Fear of crime; spillover effect; mental health; vulnerability; neighborhood effects; panel data

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