Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #533

Taxes and Corporate Financing Decisions: Evidence from the Belgian ACE Reform

von Nils aus dem Moore

RWI, 12/2014, 71 S./p., 10 Euro, ISBN 978-3-86788-610-9 DOI: 10.4419/86788610

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Zusammenfassung

Klassische Systeme der Unternehmensbesteuerung verzerren die Finanzierungsentscheidung von Unternehmen (‘Debt Bias’): Weil Zinsen für Fremdkapital von der Steuerbasis abgezogen werden können, die (Opportunitäts) Kosten für Eigenkapital jedoch nicht, gibt das Steuersystem den Unternehmen einen Anreiz für höhere Verschuldung. Diese Verzerrung kann mithilfe einer zinsbereinigten Gewinnsteuer überwunden werden, welche kalkulatorische Kosten für das Eigenkapital ebenfalls steuerabzugsfähig macht. Das Paper evaluiert die Einführung einer derartigen Reform in Belgien im Jahr 2006 auf der Basis von Bilanzdaten der betroffenen Firmen. Mithilfe eines Differenz-von-Differenzen-Ansatzes wird der Effekt der Reform auf den Verschuldungsgrad belgischer Unternehmen identifiziert, wobei Unternehmen aus Großbritannien die Vergleichsgruppe bilden. Es zeigt sich ein systematisches Muster heterogener Reformeffekte: Einerseits ist der Rückgang des Verschuldungsgrads für Großunternehmen am stärksten ausgeprägt. Quantilseffektschätzungen weisen zudem darauf hin, dass jene Unternehmen am stärksten auf die Reform reagieren, die zuvor einen überdurchschnittlich hohen Verschuldungsgrad aufgewiesen haben. Sektor-spezifische Schätzungen zeigen schließlich, dass signifikante Reformeffekte vor allem in kapital- aber nicht in arbeitsintensiven Wirtschaftszweigen auftreten.

JEL-Classification: H25, H32, H22, G32

Keywords: Corporate income taxation; financial structure; debt bias; allowance for corporate equity; difference-in-differences

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