Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #528

Do Macroeconomic Shocks Affect Intuitive Inflation Forecasting? An Experimental Investigation

von Marvin Deversi

RUB, 12/2014, 51 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-604-8 DOI: 10.4419/86788604

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Zusammenfassung

Die vorliegende Studie untersucht die Effekte makroökonomischer Extremsituationen auf das intuitive Vorhersageverhalten von Individuen in einer experimentellen Umgebung. Die Probanden haben die Aufgabe, zukünftige Werte der Inflation einer fiktiven Volkswirtschaft vorherzusagen. Dies geschieht, nachdem sie die historische Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts und der Inflation entsprechender Volkswirtschaft in grafischer und tabellarischer Form erhalten haben. In 30 Perioden werden jeweils Vorhersagen über die Inflation in der nächsten Periode verlangt, wobei die Probanden entsprechend der Präzision ihrer Vorhersage bezahlt werden. Nach jeder Prognose erhalten sie ein Feedback. Während der Vorhersageperioden erfahren die Probanden einen ein-periodischen, nicht-vorhersehbaren Schock; die Simulation einer Extremsituation. In einem between-subjects-design wird ein positiver oder negativer Angebotsschock induziert. Die Ergebnisse zeigen, dass nur sehr wenige Probanden rationale Vorhersagen abgeben. Eher lassen sich die Prognosereihen anhand einfacher statistischer Regeln, sog. Heuristiken, beschreiben. 69 Prozent der Probanden wechseln ihre Vorhersageheuristik durch den Schock. Nach dem negativen Angebotsschock steigt die statistische Effizienz der Vorhersagen stark an. Nach dem positiven Schock ist dies allerdings nicht zu beobachten. Dies ist Evidenz für einen sog. negativity bias. Es zeigt sich also, dass makroökonomische Extremsituationen das Vorhersageverhalten von Experimentteilnehmern beeinflussen. Allerdings variieren die Effekte entsprechend der Charakteristika der Extremsituation.

JEL-Classification: C91, D84, E03

Keywords: Macroeconomic experiment; inflation expectations; intuitive forecasting; shocks; heterogeneity

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