Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #504

Life Expectancy and Mother-Baby Interventions. Evidence from A Historical Trial

von Sonia Bhalotra, Martin Karlsson und Therese Nilsson

UDE, 09/2014, 51 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-578-2 DOI: 10.4419/86788578

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Zusammenfassung

Diese Studie untersucht die Möglichkeiten von Gesundheitsprogrammen, die Lebenserwartung von Müttern und Kindern zu verbessern. Wir analysieren ein Programm, das zwischen 1931 und 1933 in sieben schwedischen medizinischen Bezirken getestet wurde. Hierfür wurden Individualdaten aus Gemeinderegistern, Geburten- und Sterbestatistiken sowie aggregierte Daten aus jährlichen Berichten der medizinischen Bezirke digitalisiert und erfasst. Wir schätzen kurzfristige Programmeffekte auf die Mütter- und Kindersterblichkeit in der ersten Generation. Zusätzlich verfolgen wir Individuen, die durch das Programm betroffen waren, und nicht betroffene Individuen aus benachbarten Geburtskohorten über die Zeit, um herauszufinden, ob sie bis zum 40. bzw. 75. Lebensjahr überlebt haben. Im Alter 40 steht die Müttersterblichkeit in der zweiten Generation fest. Im Alter 75 sind 35% der Individuen in den Stichprobenkohorten bereits verstorben. Wir finden starke und statistisch signifikante Effekte des Gesundheitsprogramms für Kinder auf deren Sterblichkeit und Überlebenswahrscheinlichkeit bis zu den Lebensaltern 5, 40 und 75. Diese Effekte sind unabhängig vom Geschlecht. Die Schätzergebnisse implizieren, dass der Einfluss auf die Lebenserwartung stark durch das Überleben von Säuglingen getrieben wird. Das Programm verringerte gesundheitliche Ungleichheiten. Insbesondere wirkte es sich systematisch stärker auf Kinder jüngerer oder unverheirateter Mütter aus, welche auch höhere Ausgangsniveaus der Kindersterblichkeit aufweisen. Auf Basis einer Reihe relevanter beobachtbarer Variablen lassen sich keine endogenen Fertilitätseffekte oder Selektionseffekte in das Programm feststellen. Die Ergebnisse sind konsistent mit der Annahme, dass Eltern durch ihr Verhalten die Effekte der Intervention verstärkt haben. Wir können keine Effekte von Programmkomponenten, die vor der Geburt Anwendung fanden, auf die Mütter- oder Kindersterblichkeit feststellen.

JEL-Classification: I15, I18, H41

Keywords: Maternal care; infant care; early life interventions; barker hypothesis; program evaluation; Sweden

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