Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #483

Economic Beliefs and Party Preference

von Michael W.M. Roos und Andreas Orland

University of Duisburg-Essen, 05/2014, 24 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-549-2 DOI: 10.4419/86788549

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Zusammenfassung

Dieser Artikel berichtet die Resultate einer Umfrage, die genutzt wurde, um das ökonomische Verständnis, die normative Einstellung entlang des egalitär-libertären Spektrums und die Parteipräferenzen eines großen studentischen Samples zu untersuchen. Das Ziel der Studie ist es, sowohl die sozioökonomischen Determinanten der normativen und positiven Beliefs zu ermitteln, als auch zu untersuchen, wie diese Beliefs über die Wirtschaft die Parteipräferenz beeinflussen. Wir finden, dass die positiven Beliefs von Laien sich signifikant von denen der ökonomischen Experten unterscheiden. Die positiven Beliefs können durch Abiturnoten, Studienfachwahl, die Gründe für die Wahl des Studienfachs, Persönlichkeitsmerkmale und – zum Teil – durch das Geschlecht erklärt werden. Normative Beliefs sind einer selbstwertdienlichen Verzerrung in dem Sinne unterworfen, dass Studierende, deren Vater einer Beschäftigung mit hohem Status nachgeht und die ein hohes Einkommen anstreben, libertärer als andere sind. Parteipräferenzen werden durch den Beschäftigungsstatus des Vaters, die Religionszugehörigkeit, das Geschlecht und die ökonomischen Beliefs erklärt. Normative Beliefs sind für die Parteipräferenz wichtiger als positive Beliefs. Während es eine klare positive Beziehung zwischen Libertarismus und der Unterstützung nach rechts tendierender Parteien gibt, sind positive Beliefs nur für einige Parteien wichtig. Ein Parochialismus-Bias der positiven Beliefs scheint die libertären Ansichten zu verstärken und die konservativste Partei zu begünstigen.

JEL-Classification: D83, D72, Z13

Keywords: Economic beliefs; party preference; sociotropic voting; pocketbook voting; survey; personality traits

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