Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #477

Monetary Dialogue 2009-2014 – Looking Backward, Looking Forward

von Ansgar Belke

UDE, 03/2014, 15 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-541-6 DOI: 10.4419/86788541

download

Zusammenfassung

Dieses Paper kommentiert die Bedeutung des vom Europa-Parlament seit Jahren fest institutionalisierten und viel beachteten „Monetary Dialogue“ des EZB-Präsidenten mit dem Unterausschuss Wirtschaft und Währung im Kontext einer sich gegenwärtig stark verändernden Geldpolitik. Die Diskussion wird geführt im Hinblick auf die Verwendung eines Zinsausblicks („Forward Guidance“) durch die Europäische Zentralbank (EZB) im Rahmen ihrer Transparenzoffensive, die Modellwahl und Datenbereinigungsverfahren der Inflationsprognosen der EZB, die Mitgliedschaft der EZB in der Troika, die EZB-Aktivitäten als Finanzaufsicht, die angekündigten EZB-Staatsanleihekäufe und die Folgen der Abkehr der US-Fed von unkonventionellen Geldpolitiken („Exit“) für die Geldpolitik der EZB.

Dieses Paper bewertet zudem im Rahmen einer Fall-zu-Fall-Betrachtung den aktuellen Informationsaustausch zwischen dem Europäischen Parlament (EP) und der EZB. Wir argumentieren, dass die neue Rolle der EZB im Rahmen der europäischen Finanzmarktaufsicht den monetären Dialog heute noch wichtiger gemacht hat als zu „normalen“ Zeiten. Wir empfehlen aber strukturelle Veränderungen, den formalen Ablauf und den Fokus betreffend, um den Dialog noch effektiver zu machen. Vor allem muss das Problem der Transparenz- und der Rechenschaftslegung , das durch das bei der EZB angesiedelte „Financial Supervisory Board“ entsteht, hinreichend adressiert werden. Eine weitere entscheidende Herausforderung für den monetären Dialog ist die Identifikation und Festlegung des optimalen Grades an Transparenz und Rechenschaftslegung der EZB gegenüber dem Europa-Parlament, der wichtigsten demokratischen Institution auf Augenhöhe mit der Zentralbank. Denn wird der Grad zu hoch angesetzt, drohen politische Zyklen der Geldpolitik.

JEL-Classification: E52, E58

Keywords: Accountability; European Parliament; forward guidance; monetary dialogue; transparency

Hoch