Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #432

Crowding out of Solidarity? – Public Health Insurance versus Informal Transfer Networks in Ghana

von Florian Klohn und Christoph Strupat

RGS, University of Duisburg-Essen, RWI, 08/2013, 44 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-488-4 DOI: 10.4419/86788488

download

Zusammenfassung

Ein Großteil der Ghanaischen Bevölkerung ist im Falle von Krankheiten und anderen Einkommensschocks auf die Unterstützung durch die Familie und soziale Netzwerke angewiesen. Insbesondere dienen Netzwerke, bestehend aus Verwandten, Nachbarn und Kirchenmitgliedern, oft als informelle Versicherungen, die jedoch zahlreiche Nachteile aufweisen können. In den Jahren 2005 bis 2006 führten die Distriktregierungen in Ghana eine öffentliche Krankenversicherung ein, die allen Versicherungsmitgliedern eine kostenlose Gesundheitsversorgung ermöglicht. In der vorliegenden Studie wird empirisch untersucht, inwieweit die Einführung der formellen Krankenversicherung die Teilnahme an informellen Versicherungen beeinflusst. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die formelle Versicherung informelle Versicherungen verdrängt. Insbesondere Mitglieder in schwach ausgebildeten Netzwerken und Unternehmer reduzieren ihre Zahlungen an andere Netzwerkteilnehmer. Somit hilft die Einführung der formellen Krankenversicherung insbesondere denen, die über ein schwach ausgeprägtes soziales Netzwerk verfügen und Unternehmern, welche oft einen Großteil ihrer Gewinne an Verwandte oder andere Netzwerkteilnehmer abtreten müssen.

JEL-Classification: I13, I15, O12

Keywords: Public health insurance; informal transfer networks; crowding out; Ghana

Hoch