Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #321

Patient Preferences and Treatment Thresholds under Diagnostic Risk – An Economic Laboratory Experiment

von Miriam Krieger und Thomas Mayrhofer

University of Duisburg-Essen, 03/2012, 31 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-370-2 DOI: 10.4419/86788370

download

Zusammenfassung

Wir untersuchen mittels eines Laborexperiments den Einfluss von Risikoscheue und Vorsicht (Prudence) auf medizinische Behandlungsentscheidungen. Neben der Häufigkeit und Intensität von Risikopräferenzen zweiter und dritter Ordnung untersuchen wir auch den Effekt des medizinischen Entscheidungskontextes. Wir ermitteln die Risikopräferenzen über Behandlungsschwellenwerte (Indifferenzpunkte zwischen nicht behandeln und behandeln). Unter diagnostischem Risiko sollte laut der medizinischen Entscheidungstheorie der Behandlungsschwellenwert für risikoscheue Entscheider kleiner sein als für risikoneutrale Entscheider. Tritt zusätzlich ein Komorbiditätsrisiko auf, senken vorsichtige Entscheider ihren Schwellenwert noch weiter ab. Unsere Ergebnisse lassen auf risikoscheues und vorsichtiges Verhalten schließen: Probanden wählen ihren Behandlungsschwellenwert im Durchschnitt 41% unterhalb des risikoneutralen Schwellenwertes (Verschiebung von 50% auf 29,3% Prävalenz). Risikoaversion ist für ¾ dieses Effekts, Vorsicht für ¼ verantwortlich. Das medizinische Framing hat keinen Einfluss auf Risikoscheue, bewirkt jedoch häufigeres und stärkeres vorsichtiges Verhalten. Unsere Ergebnisse haben Konsequenzen für Behandlungsschwellenwerte, diagnostische Tests sowie QALYS und damit medizinische Leitlinien.

JEL-Classification: I10, C91, D81

Keywords: Medical decision making; treatment thresholds; risk aversion; prudence; laboratory experiment

Hoch