Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #297

You Don‘t Know what You‘ve got till It‘s Gone! Unemployment and Intertemporal Changes in Self-Reported Life Satisfaction

von Marcus Klemm

RUB, RGS Econ, 12/2011, 32 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-342-9

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Zusammenfassung

Diese Studie untersucht den Einfluss verschiedener Vergleichsstandards auf die empirische Korrelation von Arbeitslosigkeit und individueller Lebenszufriedenheit. Dafür werden sowohl longitudinale als auch retrospektive Daten zur subjektiven Lebenszufriedenheit des Deutschen Sozio-ökonomischen Panels aus den Jahren 1984 bis 1987 ausgewertet. Es wird gezeigt, dass Arbeitslose nicht nur zum Zeitpunkt ihrer Arbeitslosigkeit eine geringere Lebenszufriedenheit angeben, sondern sich später auch gut an diese geringere Zufriedenheit erinnern und retrospektiv frühere Angaben zur Lebenszufriedenheit nach oben korrigieren. Die bisher in der Literatur genannten kurzfristigen negativen Effekte von Arbeitslosigkeit auf das individuelle Wohlergehen sind daher wahrscheinlich unterschätzt worden. Allerdings deuten die empirischen Ergebnisse dieser Studie auch darauf hin, dass Daten zur subjektiven Lebenszufriedenheit nur sehr bedingt dazu geeignet sind, Wohlfahrtseffekte zu quantifizieren, da sich die individuellen Evaluationsstandards im Zeitablauf ändern. Aus diesem Grund erscheinen solche Daten auch ungeeignet, um längerfristige sozio-ökonomische Entwicklungen zu beobachten oder zu analysieren.

JEL-Classification: C23, C81, I31, J64

Keywords: Life satisfaction; well-being; unemployment; longitudinal and retrospective studies

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