Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #267

The Economic Integration of Forced Migrants – Evidence for Post-War Germany

von Thomas K. Bauer, Sebastian Braun und Michael Kvasnicka

RWI, RUB, 07/2011, 28 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-313-9

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Zusammenfassung

Die Flucht und Vertreibung der Deutschen aus Osteuropa während und nach dem Zweiten Weltkrieg stellt eine der größten erzwungenen Völkerbewegungen der Geschichte dar. Die vorliegende Arbeit analysiert die wirtschaftliche Integration dieser unfreiwilligen Migranten und ihrer Nachkommen in Westdeutschland. Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass sich Vertriebene der ersten Generation auch ein Vierteljahrhundert nach der Vertreibung signifikant hinsichtlich zentraler wirtschaftlicher Erfolgsindikatoren von gebürtigen - und vor dem Krieg noch vergleichbaren - Westdeutschen unterscheiden. Vertriebene haben signifikant niedrigere Einkommen und weisen eine geringere Wahrscheinlichkeit auf, ein Haus zu besitzen oder selbständiger Arbeit nachzugehen. Vertriebene, die vor ihrer Vertreibung in der Landwirtschaft beschäftigt waren, haben hingegen signifikant höhere Einkommen. Dieser Einkommenszuwachs kann durch eine schnellere Abwanderung aus schlechtbezahlten landwirtschaftlichen Tätigkeiten erklärt werden. Unterschiede im wirtschaftlichen Erfolg von Vertriebenen der zweiten Generation ähneln denen der ersten Generation. Die Ergebnisse zeigen zudem insbesondere für gering Qualifizierte, dass die Vertreibung die intergenerative Weitergabe von Humankapital abschwächt.

JEL-Classification: J61, O15, R23

Keywords: Forced migration; economic integration; World War II; West Germany

Veröffentlicht als:

Bauer, T. K., S. Braun und M. Kvasnicka (2013), The Economic Integration of Forced Migrants: Evidence for Post-War Germany. Economic Journal 123 (571): 998-1024. DOI: 10.1111/ecoj.12023 

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