Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #258

Thrifty Wives and Lavish Husbands? – Bargaining Power and Financial Dicisions in Germany

von Matthias Keese

University of Duisburg-Essen, RGS Econ, 05/2011, 39 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-301-6

download

Zusammenfassung

Zahlreiche Studien zeigen, dass die Ergebnisse von Haushaltsentscheidungen von der Verteilung intra-fämiliärer Verhandlungsmacht abhängen. Ein typischer Indikator von Verhandlungsmacht ist beispielsweise das relative Einkommen der Partner. Da Frauen eine längere Ruhestandsphase erwarten können, könnte ein Anstieg weiblicher Verhandlungsmacht einerseits zu höherer Ersparnis und verstärktem Vermögensaufbau führen. Andererseits könnten Geschlechtsunterschiede im Sparverhalten auf anderen Überlegungen beruhen, so dass der Haushalt seinen Gegenwartskonsum, etwa zum Wohle der Kinder, erhöhen könnte. In meiner Analyse nutze ich zwei deutsche Datensätze und verwende verschiedene Maße für Verhandlungsmacht. Dabei kann ich zeigen, dass weibliche Verhandlungsmacht keinen oder einen negativen Einfluss auf Sparen und Vermögen hat, selbst wenn man die Erwartungen der Partner über ihre zukünftige Alterssicherung (etwa durch Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung) einbezieht. In einigen Modellspezifikationen finden ich zudem einen positiven Zusammenhang zwischen der Verhandlungsmacht der Frau und der Konsumneigung des Haushalts (angenähert durch Rückzahlungen für Konsumentenkredite). Dass sich die Ergebnisse für Haushalte mit Kindern von den Ergebnissen für Haushalte ohne Kinder unterscheiden, lässt sich so interpretieren, dass Frauen ihre Verhandlungsmacht nutzen, um höhere Ausgaben zum Wohle der Kinder durchzusetzen.

JEL-Classification: D1, D91, J16

Keywords: Intra-household allocation; bargaining power; saving; debt; SOEP; SAVE

Hoch