Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #203

Are You Well Prepared for Long-term Care? – Assessing Financial Gaps in Private German Care Provision

von Matthias Keese, Annika Meng und Reinhold Schnabel

UDE, RGS Econ, 09/2010, 29 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-232-3

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Zusammenfassung

Die Ausgabenentwicklung für Langzeitpflege ist ein heftig diskutiertes Thema in der
Öffentlichkeit. Studien zur Berechnung der sogenannten Pflegelücke betrachten allerdings nur
die finanziellen Implikationen für die Pflegeversicherung auf der Makroebene. Im Gegensatz
dazu untersucht das vorliegende Papier individuelle Finanzierungslücken von Langzeitpflege.
Wir nutzen Personen- und Haushaltsinformationen aus dem SHARE-Datensatz sowie Daten
regionaler und nationaler Statistiken zur Berechnung von erwarteten individuellen
Pflegekosten. Dabei führen wir eine detaillierte Untersuchung nach Pflegearrangements und
Pflegestufen durch. Anschließend stellen wir die geschätzten Pflegekosten den individuellen
Vermögensbeständen der Befragten gegenüber. Im (konservativen) Ausgangsszenarium
zeigen unsere Ergebnisse, dass ungefähr ein Drittel der gesetzlich Versicherten eine
finanzielle Pflegelücke zu erwarten hat. Zudem wird ein Großteil der Immobilienbesitzer das
selbstgenutzte Eigenheim verkaufen müssen, um zukünftige Pflegekosten zu decken. Die
Privatversicherten sind ebenfalls betroffen, allerdings in einem geringeren Maße. Unterstellt
man hingegen, dass die Transfers der Sozialen Pflegeversicherung nicht mit den zukünftigen
Kostensteigerungen im Pflegesektor schritthalten werden, wird die Entwicklung für alle
Bevölkerungsgruppen weitaus gravierendere Formen annehmen. Regressionsanalysen zeigen
darüber hinaus, dass eine finanzielle Pflegelücke häufiger unter gesetzlich Versicherten, unter
Frauen und unter alleinlebenden Personen zu erwarten ist.

JEL-Classification: D91, H75, J14

Keywords: Long-term care costs; care prevalence; life expectancy; provision gap

Hoch