Ruhr Economic Papers

Ruhr Economic Papers #809

Is it really Overdissipation? A Reassessment of Evolutionarily Stable Behavior in Contests

von Wolfgang Leininger

TUD, 05/2019, 14 S./p., 8 Euro, ISBN 978-3-86788-938-4 DOI: 10.4419/86788938

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Zusammenfassung

Der Ausdruck “rent-dissipation” ist von großer Bedeutung in der Theorie des „rent-seeking“ und ihrer spieltheoretischen Ausprägung als Wettstreittheorie (contest theory). Während in einem Nash-Gleichgewicht eines Wettstreits der Ressourcenverbrauch allenfalls annähernd der vollen Rente entsprechen kann, ist dies in der evolutionär stabilen Strategie (ESS) desselben Wettstreits nicht der Fall: es kann sogar ein Mehrverbrauch an Ressourcen über die volle Rente hinaus stattfinden ( „overdissipation“).
Die Arbeit erklärt diesen Unterschied grundsätzlich, indem sie eine isomorphe Beziehung zwischen dem Lösungskonzept ESS für Wettstreite und dem Lösungskonzept Nash-Gleichgewicht für Transfer-Wettstreite offenlegt. Diese Korrespondenz erlaubt nicht nur die Berechnung von ESS-Lösungen eines Wettstreits aus Nash-Lösungen des Transfer-Wettstreits in einfacher Weise, sondern führt auch zu einer Neubewertung der in der Literatur stark diskutierten „overdissipation“-Resultate für ESS-Lösungen. Ersetzt man nämlich den Streitwert in einem Wettstreit durch seinen Transferwert, so werden auch „overdissipation“ und ESS unvereinbar miteinander. Es wird argumentiert, dass der Transferwert den „effektive Wert“ des Streitwertes in ESS-Anwendungen darstellt.

JEL-Classification: C73, D72, D82

Keywords: Contests; evolutionarily stable strategy; finite population; overdissipation

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