RWI in den Medien

Wir müssen uns nicht gesundschrumpfen, nachhaltiges Wachstum geht auch anders

Das Ziel der Nachhaltigkeit wird in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft breit unterstützt. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft allerdings noch eine große Lücke. Dabei können Ökonomie und Ökologie durchaus miteinander versöhnt werden.

Focus online – 16.01.2020

Jetzt sind es noch zehn Jahre. Zehn Jahre, um die Agenda 2030 der Vereinten Nationen zu verwirklichen. Im Kern geht es dabei um 17 universelle Ziele für nachhaltige Entwicklung, auf die sich die Staatengemeinschaft im Herbst 2015 verpflichtet hat.

Diese „Sustainable Development Goals“ (SDG) zielen darauf ab, im globalen Maßstab wirtschaftlichen Fortschritt mit sozialer Gerechtigkeit zu verbinden und dabei zugleich die ökologischen Belastungsgrenzen unseres Planeten zu respektieren.

Dementsprechend erstrecken sich die Ziele und die mit ihnen verbundenen Indikatoren auf alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Wirtschaft, Soziales und Umwelt. Für Deutschland wurde die Agenda 2030 in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung konkretisiert. Das Ausmaß ihrer Verwirklichung wird mithilfe von über 60 Kennzahlen im zweijährlichen Rhythmus überprüft.

Auf geht’s! Was sich jetzt ändern muss, damit Deutschland nicht zurückfällt

Deutschland ist stolz auf seinen Ruf als "Land der Erfinder". Es gibt viele Felder, auf denen wir zur Weltspitze gehören – aber auch viele, auf denen wir zurückfallen. FOCUS Online hat Experten für verschiedene Bereiche wie zum Beispiel soziale Sicherung, Digitalisierung, Umwelt oder Infrastruktur gefragt, was sich ihrer Meinung auf ihrem jeweiligen Fachgebiet tun muss, damit Deutschland nicht den Anschluss verliert. Die entstandenen Gastbeiträge veröffentlichen wir im Rahmen dieser Serie auf FOCUS Online.

Daten für 150 Volkswirtschaften ergeben ein ernüchterndes Bild

Analysen entsprechender Daten für 150 Volkswirtschaften ergeben ein ernüchterndes Bild: Bisher gelingt es keinem einzigen Land, einerseits die in den SDGs definierten Ziele im Bereich der materiellen und sozialen Entwicklung zu verwirklichen und dabei andererseits jene Grenzen der Ressourcenbelastung einzuhalten, die aus ökologischer Sicht erforderlich sind.

Dabei geht es nicht nur um die Beschränkung der Emission von Treibhausgasen und die Begrenzung des resultierenden Klimawandels. Auch andere grundlegende Erdsysteme hat die Menschheit inzwischen in einen kritischen Zustand versetzt. So überschreiten die globalen Mengen von Phosphor und Stickstoff, die in Böden und Gewässer gelangen, ebenso gefährliche Grenzen, wie die Geschwindigkeit, mit der natürliche Arten aussterben.

Deutschland zeichnet sich im internationalen Vergleich durch eine hohe Zielerreichung im ökonomischen und sozialen Bereich bei einer gleichzeitig erheblichen Verletzung mehrerer ökologischer Belastungsgrenzen aus. Dieser Befund ist charakteristisch für die Gruppe der hoch entwickelten Industriestaaten. Er reflektiert die Tatsache, dass seit der Industriellen Revolution eine äußerst enge Kopplung zwischen ökonomischer Entwicklung und einem stetig steigenden Bedarf an (fossiler) Energie und anderen natürlichen Ressourcen besteht.

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