RWI in den Medien

Ruhrgebiet hinkt bei Produktivität hinterher

Im Bundesdurchschnitt ist die Wirtschaftskraft größer als im Revier. Aber viele Städte legen zu.

Westdeutsche Allgemeine WAZ Essen-Rüttenscheid vom 25.07.2019

Die Wirtschaft im Ruhrgebiet ist innerhalb der vergangenen zehn Jahre deutlich produktiver geworden, hinkt aber im bundesweiten Vergleich noch hinterher. Das lässt sich an Zahlen des Statistikamts IT.NRW ablesen. Demnach ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Erwerbstätigem im Ruhrgebiet von 2007 bis 2017 um rund 13,2 Prozent auf rund 67.700 Euro gestiegen. In Deutschland gab es einen Zuwachs um 18,8 Prozent auf 74.000 Euro.

Unter dem bundesweiten Durchschnitt – aber über dem Revier – liegt auch NRW mit 72.700 Euro (plus 13 Prozent). Das Rheinland schneidet in der Statistik deutlich besser ab als das Ruhrgebiet. Leverkusen erreichte mit rund 100.100 Euro den höchsten Wert in NRW. Es folgen Bonn und Düsseldorf.

Die landesweit niedrigsten Werte hat IT.NRW für die Revierkommunen Oberhausen (etwa 60.000 Euro), Herne (58.500 Euro) und Bottrop (53.800 Euro) ermittelt. Von den Städten des Ruhrgebiets sind lediglich Duisburg (77.200 Euro) und Essen (74.400 Euro) über dem bundesweiten Durchschnitt.

Beim BIP je Erwerbstätigem rechnet man das gesamte Produktionsergebnis dem Arbeitseinsatz zu. In kapitalintensiven Industrien sei daher die Zahl relativ hoch, erläutert Roland Döhrn vom Essener Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung RWI. Damit sei das Abschneiden von Leverkusen und Duisburg zu erklären, weil die Chemie- und die Stahlindustrie kapitalintensiv sind. In Städten, in denen ein Schwerpunkt auf Dienstleistungen liege, sei der Wert dagegen niedriger. Döhrn betont, beschrieben werde also nicht die Einkommenssituation in einer Region, sondern das Maß der Produktivität.

Über dem Durchschnittswert für das Ruhrgebiet liegen Mülheim (rund 73.200 Euro), Dortmund (68.400 Euro) und Gelsenkirchen (68.200 Euro). Einen deutlich niedrigeren Wert nennt IT.NRW für Bochum (63.700 Euro). Bemerkenswert ist, dass Herne (plus 27,5 Prozent) und Bottrop (plus 25,9 Prozent) starke Steigerungsraten im Zeitraum 2007 bis 2017 aufweisen. Im Vergleich dazu ist die Dynamik in Düsseldorf (plus 2,9 Prozent) eher gering. „Die Zahlen zeigen einen dynamischen Zuwachs an Wohlstand und Beschäftigung in unserer Region, auch wenn es im Vergleich zu anderen Standorten noch ein Gefälle gibt“, kommentiert Ruhr-Wirtschaftsförderer Rasmus C. Beck die Zahlen.

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