RWI in den Medien

Mehr Alte und mehr Zuwanderer

Das Ruhrgebiet verliert insgesamt deutlich weniger Bewohner als vor Jahren erwartet.

Westdeutsche Allgemeine WAZ Essen-Rüttenscheid vom 16.07.2019

Zu wenig Jobs, Überalterung und der Zeitgeist Stadtflucht. Noch vor zehn Jahren sagten Prognosen dramatische Verluste bei der Einwohnerzahl voraus. „Der Pott leert sich“ lautete 2008 die Überschrift über einer Bevölkerungsstudie des Essener RWI-Instituts. Doch so dramatisch wird es nicht, ergaben neue Berechnungen des Landesamtes für Statistik IT.NRW. Zwar schrumpft das Ruhrgebiet insgesamt bis 2040, aber nicht so deutlich, wie erwartet. Und auch nicht überall. Vor allem Städte, die für junge Menschen attraktiv sind, etwa durch Hochschulen, ziehen Menschen an.

Die Zahl der Alten steigt stark

Das zeigt sich auch in der Altersstruktur. Die Prognosen zeigen, dass die Bevölkerung in den ländlichen Gebieten stärker altern wird als in den Städten. Den höchsten Anstieg des Durchschnittsalters bis 2040 erwarten die Statistiker im Kreis Borken. Hier wird die Bevölkerung im Schnitt knapp fünf Jahre älter sein als 2018. Ähnlich sieht es in den Kreisen Coesfeld und Olpe aus. Der geringste Anstieg des Durchschnittsalters ergibt sich für Düsseldorf, Essen und Aachen.

Insgesamt wird die Zahl der Senioren deutlich ansteigen. Bis zum Jahr 2036 wird demnach die Zahl der 60- bis 80- Jährigen um gut 35 Prozent höher liegen als derzeit. Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei Menschen über 80 aus. Bis zum Höhepunkt der Alterskurve im Jahr 2051 wird sich die Zahl der Menschen, die älter als 80 sind, gegenüber 2018 fast verdoppelt haben. Die Statistiker errechneten einen Anstieg von fast 90 Prozent in dieser Altersgruppe.

Die Geburtenrate verändert sich kaum

Im Rückblick ist die Geburtenrate in den vergangenen 40 Jahren relativ konstant geblieben. Sie blieb mit kleinen Schwankungen bei einem Wert von 1,40. Das bedeutet: Rein rechnerisch bekam eine Frau 1,4 Kinder. Seit 2014 stieg die Kurve jedoch auf 1,62 im Jahr 2016. Die Prognosen gehen wieder von künftig leicht sinkenden Geburtenraten aus. Im Jahr 2035 erwarten die Statistiker eine Geburtenrate von 1,5.

Mehr Zuzüge als Abwanderungen

Seit 2010 ziehen durchgängig mehr Menschen aus dem Ausland nach NRW als aus NRW ins Ausland. Gründe liegen in der EU-Ostererweiterung sowie in einem stärkeren Zuzug aus Italien, Spanien und Griechenland in den Jahren 2013 und 2014 wegen der Wirtschaftskrise in den Ländern. Zudem hat seit 2014 der starke Zuzug von Schutzsuchenden aus Bürgerkriegs- und Krisenländern die Situation bestimmt.

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