RWI in den Medien

Auslaufmodell Deutschland

Verwöhnt und behäbig geworden von Jahren des Erfolgs, riskiert das Land, in die zweite Liga der Wirtschaftsnationen abzusteigen. Es fehlt an Innovationen und Mut zu Reformen, jetzt drohen die USA auch noch mit Zöllen gegen die deutsche Autoindustrie.

DER SPIEGEL vom 11.05.2019

Wow, was waren das für Jahre! Ein zweites Wirtschaftswunder, eine goldene Dekade. Aufschwung, Aufschwung, Aufschwung. Deutschland, das war in den vergangenen Jahren: eine Wohlstandsmaschine. Nie zuvor gab es so viele Arbeitsplätze. Nie zuvor wurde so viel exportiert. Die Löhne stiegen und stiegen. Der Staat ertrank fast in seinen Steuereinnahmen. Ein blühendes Land, der schnurrende Motor Europas. Vom Boom profitierten nicht nur ein paar Reiche. Das real verfügbare Einkommen der Deutschen ist seit Anfang der Neunzigerjahre um fast ein Fünftel gewachsen. Die Zahl der Arbeitslosen lag im April bei 2,2 Millionen – der niedrigste Wert für diesen Monat seit der Wiedervereinigung.

Es waren fette Jahre, tatsächlich.

Doch sie sind, wie es aussieht, bald vorbei. In den vergangenen Wochen jagte eine Alarmmeldung die nächste: Das deutsche Wachstum fiel zuletzt fast auf null, die Auftragslage der Industrie brach ein, die Gewinnwarnungen der Unternehmen kletterten auf einen neuen Höchststand. Und der Bundesfinanzminister stellt die Nation auf etwas ein, was sie kaum noch kennt: aufs Sparen. Die Konjunktur trübt sich ein, wie das im Ökonomendeutsch so schön heißt. Das muss erst einmal nichts Schlimmes bedeuten. Auch nach einer Rezession, so hoffen viele Politiker, werde sich Deutschland schon berappeln, aufstehen und weiterrennen, so war es doch zuletzt immer, oder nicht?

Einerseits stimmt das. Andererseits kommt in diesen Tagen in fast jedem Gespräch mit Konzernchefs, Topmanagern und Unternehmensstrategen früher oder später die gleiche besorgte Analyse: Wir Deutschen sind längst nicht mehr so gut, wie wir glauben, das deutsche Modell ist so nicht zukunftsfähig. Offen reden darüber die wenigsten, vor allem nicht die Manager der börsennotierten Konzerne, aber die Stimmung ist überall zu spüren: angespannte Nervosität, Sorge, nur selten Optimismus.

»Im Ausland wird ›Made in Germany‹ zunehmend entzaubert«, warnt Wolfgang Reitzle, langjähriger BMW-Chef und heute Aufsichtsratschef des Industrieriesen Linde. »Zu vieles läuft verkehrt bei uns oder zu langsam, wir verlieren in wichtigen Zukunftsfeldern den Anschluss. Deutschland fällt zurück, und wenn wir uns jetzt nicht anstrengen, werden wir im Wettbewerb mit den USA, China und Korea kaum bestehen können.«

Ähnlich besorgt klingt der Chef des Bundesverbands der Industrie, Dieter Kempf: Deutschland habe zwar erfolgreiche Jahre hinter sich. »Doch das Umfeld wird rauer, die Konkurrenz härter. Es braucht einen selbstbewussten wirtschaftspolitischen Neustart, damit Deutschland seinen Platz in der Welt behauptet und wir das Wohlstandsniveau für die Zukunft sichern.«

Die Vorboten der Krise sind nicht zu übersehen. Fast alles, was einmal den Stolz der sogenannten Deutschland AG ausmachte, steckt knietief im Schlamassel. Volkswagen schlägt sich immer noch mit den Folgen der Dieselkrise herum. Der Bayer-Konzern, gerade noch das wertvollste deutsche Unternehmen, taumelt seit der Übernahme von Monsanto. Die Deutsche Bank ist nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Kriselnde Unternehmen gab es immer, kriselnde Branchen auch. Dass aber so viele gleichzeitig abgestürzt sind, kann kein Zufall sein. Deutschlands traditionelle Wirtschaft hat sich zu lange auf ihr Erfolgsmodell der Vergangenheit verlassen – und die Zukunft vernachlässigt. Gleichzeitig wuchs nichts Neues nach. Die Liste der größten börsennotieren Tech-Konzerne der Welt wird beherrscht von Unternehmen, die erst in den vergangenen Jahrzehnten entstanden sind, sie stammen aus den USA und aus China. Ein deutsches Unternehmen ist nicht dabei. Die erfolgreichste deutsche Gründung der Nachkriegszeit, SAP, findet sich erst auf Rang 18. Und auch die ist schon fast 50 Jahre alt.

Das alles muss sich schnell ändern, sonst droht das Hochlohnland Deutschland zerquetscht zu werden zwischen den Übermächten China und den USA, die sich in den nächsten Jahren eine Schlacht um die ökonomische Vorherrschaft liefern werden. Das erste Opfer dieser Auseinandersetzung ist die Globalisierung, der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten.

Im Ausland hat man die deutsche Krise, den allmählichen Niedergang eines ökonomischen Superstars, längst im Blick. Der britische »Economist« sieht »das goldene Zeitalter« zu Ende gehen und warnt, es sei Zeit, sich um Deutschland zu sorgen. Das US-Wirtschaftsmagazin »Bloomberg Businessweek« widmete Deutschland vor wenigen Wochen eine deprimierende Titelgeschichte. Der deutsche »Nachkriegswohlstand droht zu enden, und niemand scheint vorbereitet, etwas dagegen zu tun«, schrieb das Magazin. Die Atmosphäre im Land fühle sich an »wie die letzten Tage einer Ära«. Und der Ökonom Ashoka Mody von der amerikanischen Elite-Universität Princeton, zuvor lange Europa- Direktor beim IWF, prophezeit der Wirtschaftsnation Deutschland den Abstieg in die zweite Liga.

In dieser Phase der Unsicherheit, in der die Konjunktur schwächelt und die Frage nach dem Erfolgsmodell der Exportnation grundsätzlich gestellt wird, droht der deutschen Wirtschaft ein Schlag von außen. Er zielt auf das Herz des Wohlstands: die Autoindustrie.

Ausgeführt würde er von Donald Trump. Der amerikanische Präsident hat sich seit dem ersten Tag seiner Amtszeit vorgenommen, neu zu definieren, wie die Weltwirtschaft funktioniert. Er will bestimmen, wie weit Globalisierung gehen darf, wer am Handel verdient, und schon lange scheint ihm die mächtige Exportnation Deutschland das perfekte Exempel, um die Kräfteverhältnisse neu zu sortieren.

Ein Strafzoll von 25 Prozent auf jedes eingeführte deutsche Auto, wenn Deutschland nicht so spurt, wie Trump es will, also weniger exportiert, mehr amerikanische Güter kauft und sich überhaupt schön klein macht. Diese Drohung hängt seit Monaten über dem wichtigsten Industriezweig des Landes, bis zum Ende der kommenden Woche soll der US-Präsident entscheiden, ob er sie wahr macht.

Die Folge wären Milliardeneinbußen für BMW, Daimler, VW. Und es wäre der letzte entscheidende Faktor für einen perfekten Sturm, der sich seit Monaten über der deutschen Wirtschaft zusammenbraut. Und Deutschland hat keine Wahl: Es muss reagieren. Es muss sich verändern. Vor allem muss es begreifen, dass ein pures »Weiter so« nicht ausreicht, um den Wohlstand zu bewahren. Sonst wird das Wirtschaftswunder jäh enden – auf die fetten Jahre könnten dann viele magere folgen.

Der Angriff

Im äußersten Winkel South Carolinas, zwischen Kuhweiden und Schrottplätzen, ragt plötzlich ein weißer Koloss aus der Landschaft, die größte BMW-Fabrik der Welt.

Sie besteht aus fünf Hallen, bis zu 30 Meter hoch. Insgesamt sind es 4,5 Millionen Quadratmeter. Jahr für Jahr rollen hier mehr als 400 000 Autos vom Band, sie werden in 140 Länder exportiert. Ein Meisterstück der Globalisierung, made in Germany.

BMW baut das Werk gerade noch einmal aus, für 600 Millionen Dollar. Noch mehr SUV-Modelle vom X3 müssen her. Auch der neue X7 wird hier produziert.

Der deutsche Autobauer hat knapp drei Dutzend Fabriken über den Planeten verteilt. Alles wird global gedacht, nicht national, und das lohnte sich: Seit der Wiedervereinigung hat sich der Umsatz von BMW versiebenfacht. »Unser Geschäftsmodell basiert auf freiem Welthandel«, sagt BMW-Chef Harald Krüger.

Er hat eine besondere Beziehung zum amerikanischen Werk in Spartanburg. Krüger baute es Mitte der Neunzigerjahre als junger Ingenieur mit auf, eine Erfolgsgeschichte, bislang, für alle Seiten. BMW verkauft heute viermal so viele Autos in den USA wie damals. Und South Carolina hat einen erstaunlichen Wirtschaftsboom erlebt.

80 deutsche Autozulieferer haben sich angesiedelt, Zehntausende Jobs entstanden. Als das Werk öffnete, bewarben sich 60 000 Menschen auf die ersten paar Hundert Jobs.

Drüben in Greenville, dem nächsten größeren Ort nahe der Fabrik, lieferten sich Gangs in den Neunzigerjahren noch Schießereien, nun stehen dort reihenweise neue Luxushotels, Restaurants säumen die sanierte Innenstadt. »Wir haben diese Gegend zu dem gemacht, was sie heute ist«, sagt Knudt Flor, der Fabrikchef.

Es ist also kaum zu begreifen, warum der amerikanische Präsident die europäischen Autohersteller als »nationale Bedrohung« der USA einstufen konnte, wie er es im Februar tatsächlich tat, um mögliche Zölle zu rechtfertigen.

Würden die Strafzölle Realität, wären davon auch alle Vorprodukte betroffen, die hier in Spartanburg zusammengebaut werden. Die Folgen wären dramatisch. BMW würde einen Teil der Produktion in andere Fabriken außerhalb der USA verlagern, um wenigstens einen Teil seiner Wettbewerbsfähigkeit zu retten. Schichten müssten gestrichen werden. Arbeitsplätze würden abgebaut im großen Stil. Ergibt das irgendeinen Sinn?

Robert Hitt, Wirtschaftsminister von South Carolina, ein Republikaner, versucht, die Sache zu erklären. Er will sie in einen größeren Zusammenhang stellen. »Ich glaube, jeder weiß, dass es eigentlich um einen größeren Kampf geht, der hier ausgefochten wird«, sagt er. Und welchen Kampf meint er? »Wie sich die traditionellen westlichen Volkswirtschaften gegen die chinesische Wirtschaft aufstellen.«

Die USA, so geht Trumps Logik, wollen schlicht nicht länger hinnehmen, dass Länder wie China – oder eben Deutschland – vom Konsumhunger der Amerikaner nach Autos oder Waschmaschinen profitieren.

Hitt, ein großer, schwerer Mann mit goldenem Siegelring und weißem Vollbart, sagt trotzdem das komplette Gegenteil: »Wir sind klar gegen Strafzölle.« Der Gouverneur habe »eine enge Beziehung zum Präsidenten und hat ihm das auch sehr deutlich gesagt«.

Die Regierung in South Carolina steht Trump sehr nahe. Zum einem weil die Südstaaten traditionell tief republikanisch sind, aber auch weil Gouverneur Henry McMaster von Beginn an zu den glühendsten Unterstützern des Präsidenten zählte. South Carolina war bis vor 30 Jahren landwirtschaftlich geprägt. Heute ist der Staat der größte Reifenexporteur der USA. South Carolina unterhält eine eigene ständige Vertretung in München. Jedes Jahr fließen Milliardeninvestitionen aus dem Ausland in den einst verarmten Staat. All das würde durch Strafzölle für die deutsche Industrie gefährdet.

Doch die zu erwartenden Schäden in der Heimat halten Trump nicht davon ab, mit einem Handelskrieg zumindest zu spielen. Vielleicht halten sie ihn am Ende auch nicht davon ab, ihn anzuzetteln. Denn ihm wird nicht verborgen geblieben sein, dass die deutsche Autoindustrie gerade verwundbar ist. BMW schockierte seine Anleger in dieser Woche mit roten Zahlen, zum ersten Mal seit zehn Jahren.

Ein Zoll von 25 Prozent wäre schon zu normalen Zeiten ein harter Angriff. In der angespannten Situation, in der sich die Branche befindet, könnte es die Konzerne ins Taumeln bringen. BMW, Daimler und VW würden dann ungefähr 650 000 Autos pro Jahr weniger verkaufen, prognostiziert das Londoner Analysehaus Evercore ISI. Gesamtschaden für die drei großen deutschen Autokonzerne: gut sechs Milliarden Euro jährlich.

Nun rächt sich, dass sich Deutschlands Ökonomie so extrem abhängig von der Autoindustrie gemacht hat. Bundesweit arbeiten mehr als 800 000 Menschen für einen Autohersteller oder Zulieferer. Manche Region in Deutschland wäre ohne die Fahrzeugbranche kaum überlebensfähig.

Ein Großteil des Aufschwungs der vergangenen zehn Jahre ist BMW, Daimler, VW und deren Zulieferern zu verdanken. Zwischen 2007 und 2017 trug die Autoindustrie 60 Prozent zum Wachstum der 50 größten Unternehmen bei, ergab eine Studie der Beratungsfirma Accenture. Die großen Auto- und Zulieferfirmen erwirtschafteten zuletzt rund 700 Milliarden Euro, viel mehr als jeder andere Industriezweig. Das Urteil der Studienautoren: Die deutsche Wirtschaft hänge »an der Nabelschnur der Autoindustrie«.

Schwächeln die Autokonzerne, geht es ganz Deutschland schlecht. Und das tun sie in der Tat, auch ohne Trump.

Viel zu lange scheuten BMW, Daimler und VW den konsequenten Umstieg auf alternative Antriebe. Denn dafür hätten sie frühzeitig Milliarden investieren müssen – in teure Elektroautos, die in den ersten Jahren wohl nur Verluste abgeworfen hätten. Technische Vorstöße blieben die Ausnahme: BMW brachte 2013 den Elektro-Kleinwagen i3 auf den Markt, doch die hohen Anlaufkosten bremsten den Mut der Münchner. Sie konzentrierten sich wieder auf Benzin- und Dieselmotoren, die kurzfristig sichere Gewinne versprachen.

Längst hat die Konkurrenz die einstigen Vorreiter technisch überholt. Toyota ist führend bei Hybridantrieben, Tesla bei Elektroautos. In den Top zehn der weltweit meistverkauften E-Fahrzeuge findet sich derzeit keine einzige deutsche Marke. Auch im neu entstehenden Milliardenmarkt für Mobilitätsdienstleistungen spielen BMW & Co. bislang nur eine Nebenrolle (SPIEGEL 19/2019). Der lange versäumte Strukturwandel wird nun zum Risiko für die Beschäftigten. Setzt sich die E-Mobilität durch, werden in den kommenden Jahren wohl ganze Werke für Motoren, Getriebe oder Einspritzsysteme wegfallen. Die IG Metall geht davon aus, dass bis 2030 jeder sechste Job in der Autoindustrie bedroht ist – insgesamt rund 150 000. Und das ist noch das positive Szenario. Es setzt voraus, dass die deutsche Autoindustrie ihre weltweite Führungsrolle verteidigen kann. Die Chance dafür schätzt selbst VW-Boss Herbert Diess auf gerade mal 50 Prozent. »So eine Industrie kann schneller abstürzen, als viele glauben wollen«, sagte Diess in einem Interview mit der »Süddeutschen Zeitung«.

Große Teile der künftigen Wertschöpfung sind bereits abgewandert. Die Batteriezellentechnik für Elektroautos zum Beispiel wird längst in China und Südkorea produziert. »Wenn wir so weitermachen, verspielen wir die Zukunft des Industriestandorts Deutschland«, warnt BMW – Betriebsratschef Manfred Schoch.

Die Autoindustrie, allen voran VW, scheint geradezu ein Symbol dafür zu sein, was schiefläuft in der deutschen Wirtschaft: Sie war jahrelang zu erfolgsverwöhnt, zu arrogant, zu unbeweglich, eben weil es zu lange zu gut lief.

Der Abstieg

Was Deutschland droht, lässt sich an einem ehemaligen Wirtschaftschampion ablesen, der lange als unschlagbar galt: Japan. Bis in die Neunzigerjahre schwamm das Land auf einer nicht enden wollenden Wachstumswelle, japanische Konzerne wie Sony und Toshiba dominierten die Welt. Seither ist Japan in einer seit 20 Jahren anhaltenden Stagnation versunken, viele seiner Weltkonzerne verschwanden in zweiter, dann dritter Reihe.

Ökonomischen Erfolg gibt es nicht im Abo. Zumindest das hätte Deutschland aus dem warnenden Beispiel Japan lernen können. Doch die Deutschen lernten nicht. Autos braucht man immer, hieß die Devise – und dass die selbstfahrend oder elektrisch sein könnten, fanden die Manager in den deutschen Vorstandsetagen bis vor Kurzem noch eine eher lachhafte Idee. An China verdienten sie gut, aber über chinesische Unternehmen machten sie sich gern lustig, weil die angeblich kopieren, aber nichts Eigenes entwickeln können.

Während die Deutschen sich auf ihrem Erfolg ausruhten, monopolisierten die amerikanischen Tech-Riesen wie Google und Amazon die erste Welle der Digitalisierung. Und als die Deutschen allmählich aufwachten, hatten sich die Chinesen längst aufgemacht, die zweite Welle zu übernehmen.

Fast aus dem Nichts hat China in den vergangenen Jahren eine neue Technologie-Industrie aus dem Boden gestampft. Die Entwicklung funktioniert fast immer nach dem gleichen Muster: Hunderte Entwickler werden auf neue Projekte geworfen, mit ehrgeizigen Zeitplänen und oft reichlich finanzieller Schützenhilfe vom Staat. Deswegen kommt die weltbeste Smartphone- Technologie heute aus Shenzhen, sitzt der kundenreichste E-Commerce-Händler in Hangzhou, der global führende Drohnenhersteller in Guangdong. Deutsche Firmen dagegen sind in nahezu allen zentralen Zukunftsbranchen mittlerweile abgeschlagen: Software, Biotechnologie, intelligente Maschinen.

»Wir haben ein Betulichkeitsproblem in Deutschland«, sagt Professor Dietmar Harhoff. Er leitete ab 2007 bis vor wenigen Wochen die von der Bundesregierung eingerichtete Expertenkommission Forschung und Innovation. Und sein Urteil ist alarmierend.

Deutschland mangele es an ausreichend vielen schnellen, beweglichen Start-ups, sagt der Wissenschaftler. Zwar gebe es viele kleine und mittlere Unternehmen »mit hoher Spezialisierung, die sich so tief in einzelnen Nischen etabliert haben wie in kaum einer anderen Volkswirtschaft «. Aber diese Detailbesessenheit sei auch ein Problem. Wann immer technologische Umbrüche passierten, »können all die Hidden Champions auch keine Wunder vollbringen, weil ihre Spezialisierung vor allem darauf beruht, dass sie weiter machen, was sie schon immer erfolgreich gemacht haben, nur noch einen Tick besser«.

Amerika und China erobern die Welt. Deutschland frickelt rum. Und selbst das nicht mehr so erfolgreich wie früher. Lange war Deutschland bei Patenten weltweit unter den Top drei, heute reichen chinesische Unternehmen siebenmal so viele Patente ein wie deutsche. Bei Patenten zur künstlichen Intelligenz haben chinesische Firmen die deutsche Industrie weit hinter sich gelassen. Die Folgen werden nicht lange auf sich warten lassen: Wenn künftig vollautomatisierte Fabriken voller kluger Maschinen in Shenzhen statt in Schwaben entstehen, erschüttert das den deutschen Mittelstand.

Es ist eine seltsame Schubumkehr, die da im deutsch-chinesischen Verhältnis zu beobachten ist – und die für die deutsche Wirtschaft mindestens so bedrohlich ist wie die trumpschen Zollideen. Deutschland war lange Chinas Vorbild, ein Symbol für Weitblick und Effizienz. Chinesische Manager, man kann das kaum anders sagen, stalkten die deutsche Industrie, immer auf dem Sprung, Innovationen abzugreifen. Der Begriff »Industrie 4.0«, der die digitale Vernetzung der Produktion beschreibt, hatte sich in Schwaben kaum herumgesprochen, da zogen schon die ersten chinesischen Delegationen durch das Stuttgarter Umland, um herauszufinden, was es damit auf sich hat.

Doch der Reisestrom hat sich in den vergangenen Jahren umgekehrt. Nun fliegen deutsche Manager nach China, und egal mit welchem Unternehmensstrategen man in diesen Tagen spricht, alle sind gleichermaßen entgeistert und besorgt: mit welchem Tempo dort entwickelt wird, neue Unternehmen entstehen, Branchen aufgebaut werden.

Umgekehrt gilt Deutschland den Chinesen vor allem als Konkurrenz. Als missgünstige noch dazu. »Deutschland muss sich an Chinas Aufstieg noch gewöhnen «, kommentierte etwa das Pekinger Zentralblatt »Global Times«. Die Deutschen hätten wohl nicht verwunden, dass die chinesische Wirtschaft inzwischen deutlich größer sei – und litten unter einem »Überlegenheitskomplex«. Ein böses Wort. Aber ist es so falsch? Man muss sich nur einmal die Pläne der Bundesregierung zur künstlichen Intelligenz ansehen. Es hat ewig gedauert, bis es überhaupt welche gab. Und dann stellte Berlin im vergangenen Herbst eine »Strategie« vor, die von Harhoff und seiner Expertenkommission zerpflückt wurde: Zu »vage« sei das Konzept, es bestehe »erheblicher Weiterentwicklungsbedarf «.

Man kann diese Behäbigkeit nicht anders erklären als mit der deutschen Grundüberzeugung, eine Aufholjagd nicht nötig zu haben.

Welch ein Irrtum! Deutschland könnte dank künstlicher Intelligenz in zehn Jahren sein Inlandsprodukt um 400 Milliarden Euro steigern, so Harhoffs Expertenkommission. Wenn man es denn richtig mache, konsequent und schnell. Beides passiert eher nicht.

Immerhin: Im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt werden in Deutschland rund 16 Milliarden Euro mehr pro Jahr in Forschung und Entwicklung investiert. Dennoch, sagt Harhoff, sei nicht zu übersehen, dass schon die vergangenen Jahrzehnte überhaupt nur so gut gelaufen seien, weil »immer wieder glückliche Umstände zusammenkamen«. Vor allem der chinesische Hunger nach deutschen Maschinen und Produkten, der die deutsche Industrie über Jahrzehnte prächtig versorgte. Aber der scheint gestillt, denn die Chinesen bauen nun lieber eigene Technologieführer. Und wenn irgendwann einmal der afrikanische Kontinent industriell erschlossen wird – dann von ihnen.

Das Rückgrat

Selbstbewusste Chinesen, amerikanische Zölle – man muss schon ein wenig suchen, um ein Unternehmen zu finden, das mit beidem bereits gut zurechtkommt. Und landet bei einem sehr zerbrechlichen Gewerbe.

Der Ort heißt Zwiesel, die Firma auch. 14 Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt, mitten im Bayerischen Wald, zwischen Karateschule und Kirche, fertigt das Unternehmen die wohl besten Kristallgläser der Welt.

Die Firma ist einer jener vielen Hidden Champions, die die globale Strahlkraft des deutschen Mittelstands ausmachen. Ob Deutschland die Umbrüche der kommenden Jahrzehnte erfolgreich übersteht, hängt wesentlich auch davon ab, ob diese Firmen schnell genug reagieren, ob sie bereit sind, sich anzupassen. 74 Millionen Gläser laufen hier jedes Jahr vom Band, Schmelztiegel, Feuerpolitur, Nahtverschmelzung rund um die Uhr im Sekundentakt, drei rauchende Schlote, 900 Mitarbeiter.

Ein 600 Jahre altes Produkt als Beispiel für die Innovationskraft von »Made in Germany«? »Natürlich«, sagt Vorstand Andreas Buske, ein agiler 50-Jähriger mit tiefem Vertrauen in die einzigartige Position seines Unternehmens, die auch ein Donald Trump nicht erschüttern kann. Die Firma hat eine Lasertechnik entwickelt, mit der die Mundränder der Gläser noch feiner und dünner werden, aber trotzdem nicht brechen. Viele Gläser aus Zwiesel gehen inzwischen in die USA, trotz des amerikanischen Einfuhrzolls von teils 20 Prozent. »Das hindert uns auch nicht daran, dort zweistellig zu wachsen«, sagt Buske.

Zwiesel war schon einmal fast tot, im vergangenen Jahrzehnt, fast erstickt an der eigenen Langsamkeit: einfach immer weiter wie bisher, hier und da mal eine kleine Verbesserung, das hatte jahrzehntelang schließlich wunderbar funktioniert. Das Problem ist: Gerade die Beharrlichkeit war lange die Basis für den Erfolg des deutschen Mittelstands. Hidden Champion wird man nur, wenn man ein Produkt fürchterlich akribisch und über lange Zeit ständig weiterdreht. Das machte »Made in Germany « so gut.

Nur: Wie soll das gut gehen, wenn alles rasend viel schneller gehen muss, weil die Technologie so voranmarschiert, weil Koreaner, Chinesen, Amerikaner laufend neue Ideen auf den Markt schmeißen? »Kaum eine Industrie kann ihren Know-how-Vorsprung noch über Jahre halten. Die Zeiten sind vorbei«, sagt Buske.

Zwiesel hat das früher erkannt als einige andere. Buske sagt: »Die Innovationsgeschwindigkeit muss massiv zunehmen.« Er selbst kam zu Zwiesel, als die Firma auf den Abgrund zumarschierte, überladen mit Produkten, die nicht mehr gut genug waren, weil auch Chinesen und Amerikaner längst vernünftige Gläser herstellten. Buske straffte das Sortiment, entwickelte mit der Universität Erlangen- Nürnberg neue Fertigungstechnologien, erhöhte das Tempo. Neue Produktlinien müssen nun jährlich kommen. Und mehr noch: In dem gut 140 Jahre alten Betrieb wird Innovation jetzt nicht mehr als technische Produktverbesserung, sondern als Problemlösung für den Kunden begriffen. Was bringe es denn, wenn man das hochwertigste Weinglas der Welt entwickle, es aber beim Spülen breche, sagt Buske. »Wir müssen so denken, wie es Amazon vormacht, schon vorher zu wissen, was der Kunde morgen möchte.«

Mundgeblasene Zwiesel-Gläser kosten schon mal 50 Euro pro Stück, sind dafür aber in vielen der besten Hotels und Restaurants der Welt zu finden. Und in immer mehr chinesischen Haushalten. »Die Chinesen entdecken das Weintrinken erst, dennoch stellt China bereits heute einen sehr großen Absatzmarkt dar«, rechnet Buske vor. Für die deutschen Maschinenbauer mag der chinesische Markt weitgehend gesättigt sein – für die Hersteller hochwertiger Konsumprodukte noch lange nicht. Der private Wohlstand der Chinesen wächst, der Konsumentenmarkt des Landes wird jedes Jahr um etliche Millionen Menschen größer.

Buske ist sicher, dass viele Mittelständler den Schuss gehört haben, bereit sind, schneller zu werden. »Das hat die deutsche Wirtschaft immer hinbekommen: wenn der Kittel brennt, richtig Gas zu geben.«

Eine Abkehr vom deutschen Exportmodell hält er für abwegig. »Wir können ja gar nicht anders«, sagt Buske. Die Exportquote von Zwiesel Kristallglas liegt bei 65 Prozent, bei vielen anderen deutschen Mittelständlern ist es ähnlich. Sich auf Europa zu konzentrieren hieße: »Schrumpfen, und damit aber auch für alle Deutschen den Wohlstand erheblich einschränken.«

Die Grundlage

Eine entscheidende Frage, die viel zu selten gestellt wird, ist diese: Was ist eigentlich aus den Gewinnen der Unternehmen und den Steuereinnahmen des Staates in all diesen Boomjahren geworden? Hat man sie genutzt, um die Basis für künftiges Wachstum zu schaffen? Die Antwort fällt negativ aus. Die Unternehmen haben neue Fabriken oder Produktionsstraßen in den vergangenen Jahren vor allem im Ausland errichtet. Und die Regierung hat die Milliarden und Abermilliarden, die ihr die Wunderkonjunktur in die Kassen gespült hat, weitgehend für Klientelpolitik ausgegeben. Mütterrente, Baukindergeld, solche Sachen. Die öffentliche Infrastruktur dagegen verfällt.

Deutschland, so lautet das Urteil der Industrieländer-Organisation OECD, steckt zu wenig Geld in seine Zukunft. Darin stimmen auch die beiden Wirtschaftsexperten Daniel Stelter und Peter Bofinger überein, die ansonsten über vieles streiten – zum Beispiel über die Frage, wie reich die Deutschen wirklich sind (). Einig sind sie sich in der Klage, dass Unternehmen und Staat zu wenig im Inland ausgeben.

Ihr Urteil deckt sich mit den Erkenntnissen Marcel Fratzschers, des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Der Ökonom hatte mit einer 20-köpfigen Expertengruppe ein Reformkonzept vorgelegt, um die Investitionen im Land zu steigern.

Gut zwei Jahre später fällt sein Urteil »enttäuschend« aus. Beim Aufbau moderner Strom- und Kommunikationsnetze sei Deutschland weit hinter vergleichbare Industrieländer zurückgefallen. Die Kommunen investieren nicht einmal genug Geld, um die Qualität von Straßen oder Brücken auf dem heutigen Niveau zu halten. »Der Staat lebt von der Substanz«, sagt Fratzscher.

Zudem haben es die vier Merkel-Kabinette versäumt, für einen wirtschaftlichen Aufbruch in Europa zu sorgen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) propagiert zwar eine »neue Industriestrategie «. Doch wenn es um Fusionen auf dem überbesetzten Bankenmarkt geht, redet er einer rein deutschen Lösung aus Commerzbank und Deutscher Bank das Wort – und die geht auch noch schief.

In vielen Zukunftsfeldern existiert nicht einmal ein europäischer Binnenmarkt. Digitalwirtschaft, Finanzdienstleistungen, Gentechnik: Überall bestehen nationale Regelungen, die es den Unternehmen in Deutschland und den Nachbarländern unmöglich machen, einheitliche europaweite Geschäftsmodelle aufzubauen. »In vielen Branchen können die europäischen Unternehmen deshalb nicht die nötige Größe und Schlagkraft entwickeln, um mit der Konkurrenz aus China oder den USA mithalten zu können «, sagt Fratzscher.

»Wir brauchen dringend eine neue Diskussion über Industriepolitik«, sagt auch Innovationsberater Harhoff. In Ländern wie Schweden oder Finnland seien staatliche Innovationsagenturen unterwegs, damit nicht mehr jede gute Idee endlos durch die Ministerien gewälzt werden müsse. »Unsere Politik hat das noch nicht richtig begriffen«, sagt Harhoff.

Tatsächlich ist Industriepolitik ein Minenfeld. Das musste Altmaier erfahren, als er vor ein paar Wochen seine Industriestrategie vorstellte. Deren Tenor: Der Staat solle selbst in die Wirtschaft eingreifen, direkt, als Investor und Unternehmer. Indem er zum Beispiel ein »neues Airbus für die Batteriezellproduktion « schaffe, weil die Wirtschaft die großen Umwandlungsprozesse ja nicht allein bewältigen könne. Doch funktioniert hat es bislang eigentlich nie, wenn der Staat sich anmaßte zu wissen, welche Technologien in Zukunft relevant sind und welche Unternehmen eine Schlüsselrolle einnehmen sollen. Er ist wahnsinnig schlecht darin, gute Vorgaben zu machen.

Beispiele verfehlter deutscher Industriepolitik gibt es zuhauf, von der versuchten Rettung des Baukonzerns Philipp Holzmann, der schließlich doch pleiteging, über die Präferenz für eine Technologie wie den Schnellen Brüter, der nie zum Einsatz kam. Bis hin zum krampfhaften Festhalten am Steinkohlebergbau, der 200 Milliarden Euro verschlang.

Was also kann der Staat künftig besser machen?

Er müsse, sagt Hubertus Bardt vom Institut der deutschen Wirtschaft, ein Umfeld schaffen, »in dem die Industrie sich gut entwickeln kann«, sie also innovativer und wettbewerbsfähiger wird. In Dresden etwa ist das besonders gut gelungen. Dort ist ein Technologiecluster entstanden, an dem sich Dutzende Firmen und Forschungslabore mit Schwerpunkt »Mikroelektronik« konzentrieren; die Politik hat geholfen, in der Landeshauptstadt gleich mehrere Fraunhofer-, Max-Planck- und Leibniz- Institute anzusiedeln. Schon zu DDR-Zeiten wurden in Dresden Speicherelemente hergestellt. Heute stammt jeder zweite Chip, der in Europa hergestellt wird, aus Sachsen.

Der Essener Ökonom Christoph Schmidt, Chef der fünf Wirtschaftsweisen, betrachtet Industriepolitik als eine Art Entdeckungsprozess: Die Förderung sollte möglichst technologieoffen sein, zeitlich klar begrenzt und kritisch begleitet werden. Und, so Schmidt, »gegebenenfalls konsequent eingestellt« werden.

Das Zukunftsmodell

Ein Modell für die deutsche Exportnation 2.0 bildet vielleicht ausgerechnet ein Konzern, der für die alte deutsche Wirtschaftsmacht steht wie kaum ein zweiter. Siemens, seit mehr als hundert Jahren eine globale Industriegröße. In dieser Woche baute Siemens-Chef Joe Kaeser seinen Konzern mal wieder um, ohne Rücksicht auf die Vergangenheit. Ausgerechnet das langjährige Kerngeschäft, die Kraftwerkssparte, wird ausgelagert, weil sie nicht mehr passend erscheint.

Kaeser hat die Wandlungsfähigkeit des Konzerns zum Prinzip gemacht, auch die Geschwindigkeit. »Das braucht man zum Gestalten und gegebenenfalls auch zum Überleben«, sagt er. Als Beleg führt er gern ein Beispiel aus der Tierwelt an, die Dinosaurier. Die seien auch groß gewesen und trotzdem ausgestorben. Nicht »Breite und Größe« entschieden, wer überlebe, sondern die Fähigkeit, sich immer neuen Lebensbedingungen anzupassen.

Siemens hat sich derart oft gehäutet, dass der Konzern kaum noch wiederzuerkennen ist. Noch vor zwei Jahrzehnten war Siemens ein gigantischer Gemischtwarenladen: Kraftwerke, Züge, Telefonnetze, Klapphandys und Halbleiter, Staubsauger und Waschmaschinen. Kaum etwas, das es bei Siemens nicht gab.

Dann begann der Aus- und Abverkauf. Die Chipsparte kam unter dem Namen Infineon an die Börse. Der glücklose Mobilfunkableger wurde an den taiwanischen Wettbewerber BenQ abgegeben, der ihn wenig später in die Insolvenz schickte. Selbst die Telekom-Ausrüstungssparte, eine der Wurzeln des 171 Jahre alten Unternehmens, wurde abgestoßen, weil das Siemens-Management den Wandel zur Internettelefonie verschlafen hatte.

Zugleich wurde munter zugekauft, abgestoßen, integriert und geteilt. Aus dem einstigen Multi soll ein Spezialist für Industrieautomatisierung und digitale Fertigungsmethoden werden. Schon heute beschäftigt Siemens rund 30 000 Softwareingenieure und gehört damit zu den zehn größten Softwarefirmen weltweit. Was seine Vorgänger eher hingestolpert haben, will Kaeser in Strategie verwandeln.

In den vergangenen zehn Jahren hat Siemens allein in den USA für rund zehn Milliarden Euro Technologiefirmen erworben. Kaesers Ziel: Er will die Standards in der Automatisierung von Fabriken setzen.

Die passende Plattform, »Mindsphere«, die Menschen und Maschinen vernetzt, hat der Konzern selbst entwickelt. Immer mehr Unternehmen, Kunden von Siemens, docken dort an. Überall auf dem Planeten. Siemens sieht sich unter Kaeser ohnehin nicht mehr als überwiegend deutsches Unternehmen. In Zukunft werde es zunehmend darauf ankommen, nicht mehr als ausländischer Warenverkäufer aufzutreten, sondern sich in die Wirtschaft vor Ort zu integrieren, sagt Kaesers Strategiechef Horst Kayser. Ob ein Werk in Deutschland, China oder den USA stehe, sei dann zweitrangig. Künftig müssten die Unternehmen überall beweisen, dass sie vor Ort nützlich seien und sich um das Gemeinwesen verdient machten.

Ein Modell für die Exportnation 2.0, das am Ende vielleicht sogar Donald Trump zufriedenstellen könnte.

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