RWI in den Medien

Erfolg für Hallesche Ökonomen

IWH erhält mehr Geld / Antrag des DIW abgelehnt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 10.05.2019

Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) kann sich über steigende Zuschüsse für einen Ausbau seiner Forschungseinrichtungen freuen. Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern hat seinem Antrag auf eine strategische Erweiterung zugestimmt. Damit erhält das IWH, das einzige große Wirtschaftsforschungsinstitut Ostdeutschlands, vom nächsten Jahr an 1,3 Millionen Euro mehr Grundfinanzierung. Dies ist eine Aufstockung um rund ein Fünftel.

Mit dem Geld will das von Reint Gropp geleitete Institut eine Abteilung "Gesetzgebung, Regulierung und Faktormärkte" aufbauen. In ihr sollen Forscher die Wechselwirkungen der staatlichen Regulierung von Finanz- und Arbeitsmärkten sowie Folgen für die Realwirtschaft untersuchen, hieß es in einer Mitteilung. Damit werde "eine Lücke in der deutschen Finanzmarktforschung" geschlossen, so das IWH, das vor einigen Jahren nach schlechten Bewertungen durch die Leibniz-Gemeinschaft in große Schwierigkeiten geraten war und dessen weitere öffentliche Förderung damit gefährdet schien. Nun hat es sich berappelt. In der Vorwoche war schon das in Frankfurt ansässige "Safe"-Forschungszentrum von der Wissenschaftskonferenz in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen worden. Das Safe forscht mit fast 100 Wissenschaftlern zu Fragen, wie eine "nachhaltige" Regulierung der Finanzmärkte aussehen muss. Weniger Glück mit Evaluierungen hatte zuletzt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, das von Marcel Fratzscher geleitet wird. Sein Antrag, das DIW um eine Schwerpunktstelle zu "Macro Finance" zu erweitern, wurde vor einiger Zeit abgelehnt. Das Konzept habe methodische Schwächen und die vorgeschlagenen Einzelthemen etwa für den Schwerpunkt Digitalisierung seien "weder innovativ noch erfolgversprechend", beschieden die Gutachter des Wissenschaftsrats. Insgesamt beurteilten sie die wissenschaftliche Qualität der beantragten strategischen Erweiterung als "nicht hinreichend".

Nach dieser Schlappe gibt es am DIW eine gewisse Nervosität, was die nächste Evaluierung durch die Leibniz- Gemeinschaft bringen wird. Alle sieben Jahre prüft diese die wissenschaftliche Qualität der Mitgliedsinstitute. Derzeit durchlaufen mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute, die Leibniz-Mitglied sind, die Evaluation, wie das RWI in Essen und das Ifo in München. Am Mittwoch und Donnerstag besuchte eine Kommission das DIW. Wie die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung berichtet hat, fürchtete das DIW die Kritikfreudigkeit seiner eigenen Mitarbeiter. So wurde in internen Vorbereitungstreffen zeitweilig die Regel erlassen, dass die Mitarbeiter wenigstens eine positive Bemerkung über das Institut machen müssten, bevor sie mit der Kritik anfangen durften.

Hoch