RWI in den Medien

Leibniz-Institut in Frankfurt

Das Finanzforschungszentrum Safe rückt auf.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 06.05.2019

Ein gutes Jahrzehnt ist der Ausbruch der globalen Finanzkrise nun her; damals drohte ein Zusammenbruch des ganzen Finanzsystems, und die Realwirtschaft wurde in eine tiefe Rezession gerissen. Ein solches Desaster darf sich nicht wiederholen. Einige Regulierungen für Banken wurden verschärft, etwa die Vorgaben zur Höhe des Eigenkapitals als Puffer gegen Verluste. Doch ist das System inzwischen wirklich sicher und "nachhaltig"?

In Frankfurt arbeiten fast hundert Wissenschaftler im "Safe"-Forschungszentrum der Goethe-Universität an vielfältigen Finanzfragen. Die Abkürzung Safe steht für "Sustainable Architecture for Finance in Europe", also eine "nachhaltige Finanzarchitektur". Soeben hat die Wissenschaftskonferenz entschieden, dass das seit 2013 bestehende Institut in den erlauchten Kreis der Leibniz- Gemeinschaft aufgenommen wird. Damit rückt erstmals ein Wirtschaftsforschungsinstitut aus Hessen in die Leibniz- Gemeinschaft mit ihren insgesamt 91 Instituten auf.

Jan Pieter Krahnen, der Direktor des Safe, zeigte sich "dankbar für diese Anerkennung unserer wissenschaftlichen Arbeit der letzten Jahre". Der 64- jährige Finanzprofessor leitet das Forschungsinstitut seit seiner Gründung. Die Präsidentin der Goethe-Universität, Birgitta Wolff, sprach von einem "Meilenstein für die Finanzmarktforschung in Frankfurt".

Mit dem Leibniz-Siegel sind ein Imagegewinn und mehr Geld verbunden: Die Leibniz-Institute werden von den Ländern und dem Bund finanziert. Ab nächstem Jahr wird auch das Safe-Forschungszentrum zusätzlich Geld vom Bund erhalten. Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn sagte, die Fördermittel aus dem Landesprogramm Loewe für Safe von 33 Millionen Euro in den vergangenen sieben Jahren seien gut investiert worden.

Zu den 91 Leibniz-Instituten aus verschiedensten Fachbereichen gehören auch die sechs großen Wirtschaftsforschungsinstitute: das Berliner DIW, das Münchner Ifo, das Kieler IfW, das ZEW in Mannheim, das IWH in Halle und das RWI in Essen. Verglichen mit diesen, ist Safe ein eher kleines bis mittelgroßes Institut; dort forschen etwa 30 Professoren, 15 Postdoktoranden und 50 wissenschaftliche Mitarbeiter, neben Ökonomen auch Juristen und Soziologen. Zudem sind Krahnen und die anderen Professoren gefragte Berater für Banken- und Finanzregulierung.

Hoch