RWI in den Medien

Kein klarer Trend für den Welthandel

Konjunktur Der globale Containerumschlag zieht leicht an - Ölpreis steigt auf Sechs-Monats-Hoch.

WirtschaftsWoche vom 26.04.2019

Konjunkturanalysten sind in diesen Tagen nicht zu beneiden, zu widersprüchlich sind die Signale der Politik und der Märkte. Das chinesische Statistikamt hat zuletzt überraschend gute Zahlen zu Wachstum und Industrieproduktion vermeldet. Ein gutes Zeichen. Doch dann kündigte die US-Regierung an, im Ölhandel die Ausnahmen von den Iransanktionen nicht zu verlängern. Das trieb den Ölpreis auf den höchsten Stand seit fast sechs Monaten.

Die aktuell diffuse Lage spiegelt sich auch im Containerindex wider, den das RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) berechnen. Der Indikator liegt der Wirtschafts- Woche exklusiv vor. Im März stieg das Barometer nach einer ersten Schnellschätzung saisonbereinigt auf 139,9 Punkte und konnte damit die starken Verluste des Vormonats zum Teil ausgleichen (siehe Grafik). Der weniger schwankungsanfällige Quartalsdurchschnitt lag zwischen Januar und März 2019 leicht unter dem Vorquartal. "In der Tendenz entwickelt sich der Index seitwärts. Ein Einbruch, wie man ihn angesichts der Handelskonflikte befürchten könnte, ist weiterhin nicht erkennbar", sagt Roland Döhrn, Leiter des RWI-Kompetenzbereichs Wachstum, Konjunktur und Öffentliche Finanzen.

In den Index gehen die Daten von 88 Häfen aus aller Welt ein, die für rund 60 Prozent des weltweiten Containerumschlags (ohne Autos) stehen. In der aktuellen Schnellschätzung sind 49 Häfen enthalten. Da der Welthandel nach wie vor im Wesentlichen per Seeschiff abgewickelt wird, ist der Containerumschlag ein guter Indikator, um Trends im Welthandel frühzeitig zu erkennen. Der Vorteil gegenüber anderen Frühindikatoren liegt darin, dass Containerdaten recht früh, in der Regel 15 bis 20 Tage nach Ende eines Monats, vorliegen.

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