RWI in den Medien

Kommt bald der nächste Aufschwung?

Konjunktur Deutschland Das Wachstum schwächelt, doch Experten hoffen auf ein Frühlingserwachen.

WirtschaftsWoche vom 15.03.2019

Konjunkturoptimismus war gestern: Gleich mehrere Forschungsinstitute haben zuletzt ihre Wachstumsprognosen nach unten revidiert. Das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung etwa erwartet 2019 beim Bruttoinlandsprodukt nur noch ein Plus von 0,9 Prozent (statt 1,4 Prozent). Die Ökonomen der OECD rechnen sogar mit nur noch 0,7 Prozent. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der am 19. März seine neue Prognose präsentiert, dürfte die Lage skeptischer beurteilen als vor einigen Monaten.

Allerdings bekommt die Konjunktur zunehmenden Rückenwind von der Geldpolitik und monetären Faktoren. Das zeigt der für die WirtschaftsWoche berechnete Frühindikator des Vermögensverwalters Bantleon. Der Indikator besteht aus diversen monetären Größen wie der Zinsstruktur, der Geldmenge und dem Kreditneugeschäft der Banken und hat einen Vorlauf von zwölf Monaten gegenüber der Konjunktur im Euro- Raum. Der Indikator zeigte lange abwärts, doch er drehte in den vergangenen Monaten. Die Renditen für Anleihen mit langer Laufzeit fallen ,das Kreditvolumen wächst. Da die Europäische Zentralbank ihren expansiven Kurs weiterführt, erwarten die Märkte die erste Leitzinserhöhung erst im zweiten Halbjahr 2020. Vor diesem Hintergrund sind die Renditen für zehnjährige Anleihen des Bundes auf rund 0,05 Prozent gefallen.

Die Bantleon-Ökonomen schöpfen daraus Hoffnung auf eine Trendwende. "Der zyklische Tiefpunkt rückt näher. Es verdichten sich die Hinweise, dass es ab dem Frühjahr zu einer konjunkturellen Belebung kommt", schreiben sie in ihrer Analyse. Das Wachstum der Euro- Zone dürfte "im Laufe des Jahres anziehen und Ende 2019 Richtung 2,0 Prozent marschieren". Voraussetzung dafür sei aber, dass in China die Konjunktur wieder anspringe.

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