RWI in den Medien

Kliniken im Revier hinken bei der Digitalisierung hinterher

Viele Häuser klagen über Investitionsstau.

Westdeutsche Allgemeine WAZ Essen-Rüttenscheid vom 01.03.2019

Kliniken im Ruhrgebiet fordern einen „Digitalpakt“ für die Krankenhäuser, um die digitale Infrastruktur auf Vordermann zu bringen. In den Häusern stauten sich Investitionen in Millionenhöhe, die die Kliniken nicht nur aus eigener Kraft bedienen könnten, heißt es aus Krankenhäusern der Region. Deshalb müsse der Staat seine jährliche Förderung aufstocken.

„Seit vielen Jahren steht den Kliniken eine viel zu geringe Fördersumme zur Verfügung, um ins Digitale zu investieren“, sagte Frank Mau, Geschäftsführer der Kliniken Essen-Mitte, der WAZ. Alle zwei Jahre müsse etwa die IT-Infrastruktur überdacht werden, weil sich Rechnerkapazitäten veränderten. „Dafür benötigen wir zusätzliche Mittel, um die Hard- und Software kontinuierlich auf- und auszubauen.“

Konkret rufen Kliniken aus der Region nach Unterstützung, um Patientenakten zu digitalisieren, die IT-Sicherheit auszubauen und die Infrastruktur zu schaffen, um Patientendaten mit niedergelassenen Ärzten schneller auszutauschen. Die Häuser hätten zwar bereits selbst investiert – am Katholischen Klinikum Bochum etwa sind nach Angaben eines Sprechers bereits mehrere Millionen Euro in die Datensicherheit geflossen. Nötig sei dazu aber auch eine staatliche finanzielle Unterstützung.

Krankenhäuser finanzieren sich aus zwei Quellen: Laufende Betriebskosten werden über die Kassen gedeckt, Investitionen in Gebäude durch das Land. Die Städte sind mit 40 Prozent beteiligt. Über Jahre standen den über 340 NRW-Kliniken 500 Millionen Euro an Investitionsmitteln zur Verfügung, laut Essener RWI-Institut eine Milliarde Euro zu wenig. 2019 hat die NRW-Regierung die Förderung ergänzt und die Investitionsmittel auf rund 720 Millionen Euro aufgestockt.

Theo Freitag, Geschäftsführer der St. Elisabethgruppe in Herne, warnte, ohne eine zusätzliche Förderung würden die Kliniken zeitlich weiter abgehängt bei der Einführung notwendiger Technologien. Zudem steige der Druck: „Wenn es keine Fördermittel gibt, muss überprüft werden, wo und in welcher Höhe wir weitere Sachkosten einsparen können, um die Digitalisierung zu ermöglichen“, so Freitag. Die Klinikgruppe mit fünf Häusern in Herne und Witten benötige in den nächsten drei Jahren je eine Million Euro, um den Investitionsstau abzubauen.

Hoch