RWI in den Medien

Experten rechnen mit Strompreis-Hammer

Experten gehen davon aus, dass der Strompreis durch die Abschaltung der Kohlekraftwerke und dem parallelen Ausstieg aus der Atomenergie bis 2022 um rund 20 Prozent steigen wird.

Bild plus vom 30.01.2019

„Nach diversen Studien zu diesem Thema könnte der Kohleausstieg den Strompreis an der Börse um rund 20 Prozent bzw. ein Cent je kWh steigen lassen“, sagte Manuel Frondel, Energie-Experte des RWI-Leibniz-Instituts in Essen, der Rheinischen Post“.

Bisher wurden dafür mehrere Milliarden für eine gesenkte Stromsteuer in Aussicht gestellt, das wiederum würde aber der Industrie nicht helfen, da diese bereits eine Ausnahmeregelung für die Stromsteuer hat.

Umweltministerin Schulze: Keine Preiserhöhungen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (50, SPD) hingegen zeigt sich optimistisch, dass es keine Strompreiserhöhungen geben werde. Der Funke Mediengruppe sagte sie, sie sei mit der Arbeit der Kohlekommission zufrieden. Studien ihres Hauses hätten gezeigt, dass man „keineswegs von steigenden Strompreisen durch den Kohleausstieg ausgehen“ müsse, so Schulze.

Die Kohlekommission, bestehend aus Vertretern von Wissenschaft, Industrie, Gewerkschaften und Umweltgruppen wurde von der Bundesregierung eingesetzt und hatte am Samstagmorgen einen 336-seitigen Bericht zum Kohleausstieg vorgelegt.

Das Ziel: Ausstieg bis spätestens 2038, vielleicht sogar schon bis 2035. Dafür gab es in dem 28-köpfigen Gremium nur eine Gegenstimme. Um Folgen für betroffene Braunkohlegebiete wie Rheinland und in Ostdeutschland aufzufangen sind bis 2040 mindestens 40 Milliarden Euro vorgesehen.

Lösung: Gesenkte Stromsteuer?

Die von Experten erwarteten Preisanstiege würden besonders die Verbraucher treffen. Diese sollen allerdings erst ab 2023 durch jährlich zwei Milliarden Euro bei der Stromsteuer entlastet werden, so der Rat der Kommission. Wie viel das bringen kann ist noch unklar: Mit dem Geld könnte die Stromsteuer um etwa ein Drittel gesenkt werden.

Diese Senkung würde der Industrie mit ihren Sonderkonditionen bei der Stromsteuer nicht helfen. Eine Möglichkeit wäre daher bei den steigenden Netzentgelten anzusetzen.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (60, CDU) äußert sich gegenüber dem Deutschlandfunk zu steigenden Preisen vorsichtig: Man versuche zwar alles um die Verbraucher zu schützen. Aber letztlich gesteht er: „Nein, in der Frage, was ändert sich wann, kann Ihnen niemand etwas sagen, weil alleine der Börsenstrompreis Schwankungen unterlegen ist.“

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