RWI in den Medien

Frachtschiffe sind noch gut beladen

Konjunktur Ökonomen haben den Containerumschlag in 88 Häfen analysiert - und finden vorerst kein Rezessionssignal.

WirtschaftsWoche vom 25.01.2019

Davos begann mit schlechten Nachrichten. Zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in den Schweizer Alpen präsentierte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine neue Konjunkturprognose. Demnach wird die weltweite Wirtschaftsleistung in diesem Jahr nur noch um 3,5 Prozent zulegen, der niedrigste Wert seit drei Jahren. Für Deutschland revidierten die IWF-Ökonomen ihre Prognose von 1,9 auf 1,3 Prozent - auch weil wir als Exportnation besonders anfällig für globale Verwerfungen seien. Noch sind die Bremsspuren in den Handelsströmen allerdings nur schwach sichtbar. Das zeigt der "Containerindex", den das Essener RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) berechnen. Der Indikator liegt der Wirtschafts- Woche exklusiv vor. Im Dezember erreichte das Barometer saisonbereinigt 135,3 Punkte und konnte damit seinen starken Rückgang aus dem Vormonat fast wieder wettmachen (siehe Grafik). "Der Containerumschlag zeigt sich bislang relativ unbeeindruckt von den schwelenden Handelskonflikten", sagt RWI-Chefvolkswirt Roland Döhrn.

In den Index gehen die Daten von 88 Häfen aus aller Welt ein. Sie stehen für rund 60 Prozent des weltweiten Containerumschlags (ohne Automobile). Kalendereffekte wie das chinesische Neujahrsfest werden herausgerechnet. Da der Welthandel nach wie vor im Wesentlichen per Seeschiff abgewickelt wird, sei "der Containerumschlag in den internationalen Häfen ein wichtiger Indikator, um Trends im Welthandel frühzeitig zu erkennen", betont Ökonom Döhrn. Der Vorteil gegenüber anderen Frühindikatoren liege auch darin, dass Containerdaten sehr früh, in der Regel 15 bis 20 Tage nach Ende eines Monats, verfügbar seien.

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