RWI in den Medien

Gewinnwarnung für Deutschland

Die heimische Wirtschaft startet mit großen Sorgen in das neue Jahr. Ökonomen fürchten Chinas Wachstumsschwäche, Handelskriege und einen ungeordneten Brexit.

Handelsblatt vom 04.01.2019

Der Kontrast könnte größer kaum sein: Während sich Ökonomen Anfang 2018 mit euphorischen Wachstumsprognosen für Deutschland überschlugen, dominiert aktuell die Furcht vor einem Einbruch der Konjunktur. "Die Sorgen sind berechtigt", sagt Ifo-Präsident Clemens Fuest zu Berichten darüber, dass China als Antreiber der Weltwirtschaft in diesem Jahr wahrscheinlich ausfällt.

Das Weltwirtschaftsklima wird erkennbar rauer. "Zur Panik besteht aber kein Anlass", urteilt Fuest im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Ifo-Institut prognostiziert für 2019 nur ein Wachstum von 1,1 Prozent für die deutsche Wirtschaft - nach 1,5 Prozent im abgelaufenen Jahr.

Die Mehrheit der Wirtschaftsinstitute rechnet zwar damit, dass Deutschland im zehnten Jahr des Aufschwungs mit 1,5 Prozent wachsen wird. Doch die Unsicherheit über die Treffsicherheit der eigenen Prognosen ist groß. Der Handelskrieg, den US-Präsident Donald Trump gegen China führt, der Ende März bevorstehende Brexit, Strukturprobleme der Autoindustrie, schwache Investitionen und geringe Innovationen der Industrie befeuern die Ängste vor dem Abschwung. Sogar der Mittelstand blickt zu Jahresbeginn laut einer aktuellen Umfrage nicht mehr optimistisch in die Zukunft. "Deutschland ist als Exportnation eng mit anderen Ländern verflochten. Von daher wäre ein stark nachlassendes Wachstum in China in der Tat Anlass zur Sorge", sagt der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt.

Gegen einen kräftigen Abschwung spricht allerdings die überaus starke Binnenkonjunktur. Unterm Strich werden in diesem Jahr weiter Jobs auf- und nicht abgebaut, erwarten die Konjunkturforschungsinstitute.

Hoch