RWI in den Medien

Der Steinkohlen-Bergbau in Zahlen

Westdeutsche Allgemeine WAZ Essen-Rüttenscheid vom 22.12.2018

500.000 Menschen arbeiteten zu den Hochzeiten in den 50er-Jahren in den Zechen des Ruhrgebiets. Nach der Stilllegung des letzten aktiven Steinkohlebergwerks Prosper-Haniel am Freitag werden im kommenden Jahr noch einige Hundert Kumpel unter Tage mit der Abwicklung und der Beseitigung der Folgeschäden beschäftigt sein.

90.000 Kumpel an der Ruhr streikten im Jahr 1889 für höhere Löhne, den Achtstundentag und besseren Arbeitsschutz. Es war der größte Streik in Deutschland im 19. Jahrhundert. 146 Zechen gab es im Jahr 1960 im Ruhrgebiet. Sie förderten damals 142,3 Millionen Tonnen Kohle aus der Erde. 30 Millionen Euro kostet die Renovierung des Deutschen Bergbaumuseums in Bochum. Die Ausstellung wird 2019 wieder eröffnet.

2,6 Millionen Tonnen waren als Fördermenge der beiden letzten Zechen in Ibbenbüren und Bottrop für das Jahr 2018 vereinbart – davon entfielen 1,8 Millionen Tonnen auf Bottrop. 350 bis 250 Millionen

Jahre her ist die Zeit, in der in Westeuropa jene Urwälder wuchsen, aus denen sich später die Steinkohle entwickelte. Sie hat einen wesentlich höheren Heizwert als die nicht so verdichtete Braunkohle, die sich in Deutschland vor etwa 65 bis zwei Millionen Jahren bildete. 52 Schachtanlagen schlossen die Bergwerksbesitzer im November 1968 zur Ruhrkohle AG zusammen – auf Druck von Politik und Gewerkschaft. Die Fusion gilt als erster wichtiger Schritt zum geordneten Rückzug des deutschen Steinkohlebergbaus.

1,1 Milliarden Euro – so hoch lag ungefähr die Summe der Subventionen im auslaufenden Jahr 2018.

130 Milliarden Euro – auf diese Summe hat das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI bereits im Jahr 2005 die Subventionen berechnet, die bis dahin in den Bergbau geflossen waren. „Inzwischen dürften wir uns auf rund 200 Milliarden Euro an Subventionen zubewegen, die geflossen sind und noch fließen“, sagt der RWI-Energieökonom Manuel Frondel.

408 Bergleute starben im Jahr 1946 bei einer Schlagwetterexplosion in der Schachtanlage Grimberg 3/4 in Bergkamen. Es war – und blieb – das schwerste Unglück in der deutschen Bergbaugeschichte.

10.000 Todesopfer forderten nach einer Schätzung des Bochumer Bergbauhistorikers Michael Farrenkopf alle großen und kleineren Bergbau-Unglücke in Deutschland. Hinzu kamen zahlreiche tödliche Arbeitsunfälle Einzelner. 14,1 Prozent – das ist nach Zahlen aus dem Jahr 2017 der Anteil der Steinkohle an der Stromproduktion in Deutschland. Die Braunkohle steht für 22,5 Prozent. Der Einsatz von Kohle als Energieträger in der Stromproduktion ist wegen der Energiewende rückläufig.

6,5 Jahre ist es her, dass im Saarland die letzte Zeche geschlossen wurde – das Bergwerk Saar in Ensdorf.

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