RWI in den Medien

Ifo-Klimaindex zeigt Wirtschaftsabschwung an

Konjunkturbarometer sinkt auf niedrigsten Stand seit 2016.

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19.12.2018

In der deutschen Wirtschaft hat sich die Stimmung weiter eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im Dezember von 102 auf 101 Punkten gesunken, teilte das Münchner Ifo-Institut am Dienstag mit. Damit fiel das Konjunkturbarometer das vierte Mal in Folge und erreichte den niedrigsten Stand seit Mai 2016. "In diesem Jahr fällt die Bescherung für die deutsche Wirtschaft mager aus", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Neben der aktuellen Geschäftslage stuften die rund 9000 befragten Unternehmen auch die Erwartungen schlechter ein. Es gebe weniger Schwung, aber keinen Absturz, sagte Volkswirt Andreas Rees von der Unicredit- Bank. Dass die Konjunktur nur abkühle und kein Abschwung unmittelbar bevorstehe, sagte dazu KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner.

Im verarbeitenden Gewerbe verschlechterte sich die Stimmung besonders. Der entsprechende Wert sank von 17,7 Punkten im Vormonat auf 14,8 Punkte im Dezember. Die Industrieunternehmen bewerteten sowohl die Lage als auch den Ausblick schlechter. "Wir haben vor uns einen Haufen politischer Risiken, angefangen vom Handelsstreit der USA und China über den Brexit und Italiens Defizit sowie neuerdings Frankreichs Abkehr von den Reformen", sagte LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert. Auch die Stimmung in den Dienstleistungsunternehmen sank, liegt aber deutlich über dem Wert der Industrie. Für das Bauhauptgewerbe hielt sich der Index unverändert auf sehr hohem Niveau. Während Bauunternehmen ihre aktuelle Lage etwas besser beurteilten, sind sie für die Zukunft weniger optimistisch.

Skeptisch äußerte sich am Dienstag der Außenhandelsverband BGA. Der Verband rechnet für 2019 nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent. Die Unternehmen bauten kaum noch zusätzliche Produktionskapazitäten auf, das Geld fließe vor allem in die Modernisierung der bestehenden Anlagen, sagte Verbandspräsident Holger Bingmann in Berlin. Der obere Scheitelpunkt der Konjunktur sei überschritten. "Das liegt nicht nur an dem getrübten internationalen Umfeld. Vielmehr ging dem Großhandel nach einem starken ersten Halbjahr die Kraft aus", sagte Bingmann.

Wie zuvor schon das Münchner Ifo- Institut und das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, hat auch das Rheinisch- Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) Essen die Wachstumsprognose für 2019 zum Jahresende noch gesenkt - von 1,7 Prozent auf 1,4 Prozent.

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