RWI in den Medien

Ökonomen: Niedrigwasser treibt Spritpreis

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29.11.2018

Im Streit darum, wer Schuld an den hohen Benzinpreisen ist, bekommt die Mineralölwirtschaft zumindest etwas Unterstützung vom Wirtschaftsforschungsinstitut RWI in Essen. Das Institut erklärte auf Grundlage einer Studie, die Dürre und das Niedrigwasser des Rheins und seiner Nebenflüsse seien zumindest ein "wesentlicher Grund" für den Anstieg der Benzinpreise, allerdings nicht der alleinige. Ob auch die Mineralölkonzerne etwas aufgeschlagen hätten, lasse sich anhand der Berechnungen nicht klären, sagte RWI-Forscher Manuel Frondel: "Ob die Situation für Margenausweitungen ausgenutzt wird, können wir auf Basis unserer Daten nicht sagen."

Der Automobilklub ADAC berichtet unterdessen, die Preise an der Tankstelle hätten im Wochenvergleich nun nachgegeben. Ein Liter Diesel koste jetzt im Schnitt in Deutschland 1,388 Euro, das waren 4,5 Cent weniger als vor einer Woche. Ein Liter Super E10 verbilligte sich um 3,5 Cent auf 1,491 Euro. Der ADAC hält die Preisgestaltung gleichwohl weiter für "überzogen". Das RWI führte aus, von den Aufschlägen für Sprit besonders betroffen seien Städte wie Stuttgart, die bei der Belieferung mit Kraftstoffen vergleichsweise stark auf die Binnenschifffahrt angewiesen seien. Hamburg könne dagegen als küstennaher Standort von einer besseren Versorgung profitieren, so dass die Differenz dort geringer sei. Allerdings habe auch dort der Preisunterschied zwischen Benzin und Rohöl zugenommen. Während die Differenz zwischen dem Rohölpreis der Sorte Brent und dem Benzinpreis (E10) früher bei 85 Cent je Liter gelegen habe, sei dieser Wert seit Mai gestiegen und habe den Stand von fast 1,05 Euro erreicht. Seit Oktober sänken die Preise für Rohöl sogar, während die Preise für Benzin und Diesel gestiegen seien. Kritiker sagen, die Bedeutung des Binnenschiffs für die Benzinversorgung in Deutschland werde von den Ölunternehmen übertrieben dargestellt.

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