RWI in den Medien

Das Ruhrgebiet braucht ein gemeinsames Ziel

Eine Podiumsdiskussion aus Anlass des 70. Geburtstags von Norbert Lammert.

Westdeutsche Allgemeine WAZ Essen-Rüttenscheid vom 24.11.2018

Ein Geschenk ganz eigener Art hat die Ruhr CDU ihrem langjährigen Vorsitzenden Norbert Lammert am Freitagabend zum 70. Geburtstag gemacht. Nicht jeder bekommt ein Symposium in den Präsentkorb gelegt. Und nicht jeder würde sich über eine Expertenrunde, die sich mit europäischen Metropolregionen befasst, so freuen wie der frühere Bundestagspräsident und überzeugte „Ruhri“ Lammert.

Wie bei Geschenken nicht unüblich, kommt es auf Verpackung und Inhalt gleichermaßen an. Die beeindruckende Kulisse des Salzlagers auf Zollverein bildete den perfekten Rahmen für diese hochklassige Debatte über Chancen und Risiken mitteleuropäischer Ballungsräume, von denen das Ruhrgebiet die größte in Deutschland ist. Lammert, den Ruhr-CDU-Chef Oliver Wittke als einen der „angesehensten Politiker in Deutschland“ würdigte, goutierte es sichtlich, dass an diesem Abend eine ernsthafte Debatte im Mittelpunkt stand. Ein Cocktailempfang hätte dem Bochumer wohl weit weniger entsprochen, betonte denn auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Rotterdams Oberbürgermeister Ahmed Aboutaleb sprach über die Herausforderung großer Städte im Zeichen der Digitalisierung und Globalisierung, die durch Zusammenarbeit auf regionaler Ebene besser bewältigt werden könnten. Rotterdam bildet mit dem benachbarten Den Haag eine Metropolregion mit rund 2,9 Millionen Einwohnern, dessen Vorsitzender der gebürtige Marokkaner ist. Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen, hob die Bedeutung der Hochschullandschaft für den Strukturwandel an der Ruhr hervor. 300.000 Studierende machten das Ruhrgebiet zur Wissensregion. Christoph M. Schmidt, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, sprach von einem gemischten Bild im Revier. Trotz aller guten Ideen leide die Region nach wie vor an zu viel „Kirchturmsdenken“ der Akteure.

Stuttgarts OB Fritz Kuhn riet dazu, die richtige Kooperationsform zu finden: „Sie werden immer Kirchtürme haben, aber sie müssen Sie ausrichten auf ein gemeinsamen Ziel.“ Und Berlins ehemaliger Stadtplanungsdezernent Volker Hassemer wunderte sich, warum das Revier aus seinen Möglichkeiten nicht mehr macht.

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