RWI in den Medien

Gebrüder-Deschauer-Preis

Unfreundliche Verkäufer haben weniger Erfolg

Focus online vom 12.11.2018

Diese zwei prämierten Doktorarbeiten zeigen, welchen Einfluss Nachbarschaften auf das eigene Leben haben und welche Vertriebsstrategien zum Erfolg führen.

Zwei herausragende Doktorarbeiten aus der Wirtschaftswissenschaft der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sind am 9. November 2018 mit dem Gebrüder-Deschauer-Preis 2018 ausgezeichnet worden. Darin geht es um den Einfluss, den Nachbarschaften auf das Leben der Bewohner haben und darum, wie sich verschiedene Vertriebsstrategien einerseits auf den Verkaufserfolg und andererseits auf die Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiter auswirken. Der Preis, der auf der Absolventenfeier der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft verliehen wurde, wird vergeben von der Gesellschaft der Freunde der RUB.

Du bist, wie du lebst

Die Menschen, die in einer Nachbarschaft leben, bestimmen das Bild ihres Viertels. Andersherum übt auch die Gegend, in der man lebt, einen Einfluss auf das eigene Leben aus. So zeigen Studien, dass das Wohnumfeld mitbestimmt, ob man arbeitslos oder erwerbstätig ist, welchen Erfolg Kinder in der Schule haben oder wie gut oder schlecht Migranten integriert werden. Grund hierfür ist, dass Bewohner eines Viertels oft den gleichen sozialen, kulturellen oder ethnischen Hintergrund haben. Wohlhabende Menschen leben bevorzugt in den gefragten Stadtteilen, arme eher in sozialen Brennpunkten. Diesen Effekt - die ungleiche Verteilung verschiedener demographischer Gruppen auf Regionen - nennt man regionale Segregation.

Einzigartige Datensätze

Dr. Lea Eilers möchte in ihrer Doktorarbeit mehr herausfinden über die kausalen Zusammenhänge sozio-ökonomischer Strukturen von Nachbarschaften. Dazu verwendet sie einzigartige Datensätze auf kleinräumiger regionaler Ebene, die speziell auf ihre Fragestellungen zugeschnitten wurden. Dieser Ansatz ist neu, denn bisher sind entsprechende Daten nur als Durchschnitte über Städte, Gemeinden oder Landkreise verfügbar. Dadurch gehen jedoch wichtige Informationen verloren. Der Zugang zu kleinräumigeren Daten, wie beispielsweise Postleitzahlgebieten, eröffnet die Möglichkeit, segregierte Nachbarschaften genauer zu lokalisieren und ihre Auswirkungen auf das individuelle Verhalten zu analysieren. Insgesamt liefert die Arbeit einen bedeutenden Beitrag zur existierenden wissenschaftlichen Literatur im Bereich der Regionalökonomik sowie zum Wohnungsmarkt.

Lea Eilers Arbeit wurde von Prof. Dr. Thomas K. Bauer betreut. Seit 2013 arbeitet sie am RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung.

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