RWI in den Medien

Deutschlands Wirtschaft boomt

Ökonomen warnen aber vor Protektionismus

Potsdamer Neueste Nachrichten vom 22.03.2018

Berlin - Trotz erheblicher Risiken wie einem drohenden Handelskrieg mit den USA schauen Ökonomen optimistischer auf die deutsche Konjunktur. Dank florierender Exporte hoben die Wirtschaftsweisen ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) in diesem Jahr von 2,2 auf 2,3 Prozent an. Es wäre das größte Plus seit 2011. „Nach dem kräftigen Wachstum der vergangenen Jahre befindet sich die deutsche Wirtschaft somit in einer Hochkonjunkturphase“, betonten die Professoren am Mittwoch. Auch das Essener RWI und das Kieler IfW setzten ihre Vorhersagen auf ein ähnliches Niveau herauf, das Münchner Ifo-Institut bleibt mit 2,6 Prozent am optimistischsten. 2019 erwarten alle führenden Experten das zehnte Wachstumsjahr in Folge, wobei die Prognosen von 1,8 bis 2,3 Prozent reichen.
„Die positiven Wachstumsaussichten dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung zuletzt zugenommen haben“, warnt zugleich der Sachverständigenrat um seinen Vorsitzenden Christoph Schmidt. Neben dem Wahlergebnis in Italien und dem Brexit trügen hierzu insbesondere die angekündigten US-Schutzzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte bei. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) sieht die Endphase eines lang gezogenen Aufschwungs näher rücken. Dieser dürfte im kommenden Jahr aber noch einmal durch staatliche Maßnahmen wie der Absenkung des Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung, der Mütterrente II, dem Baukindergeld sowie diverser Investitions- und Förderprogramme in den Bereichen Infrastruktur, Bildung oder Arbeitsmarkt befeuert werden.
Durch den jahrelangen Boom stoße die Binnenkonjunktur an ihre Grenzen, betonten die Wirtschaftsweisen. Die Knappheit an Arbeitskräften dürfte das Wachstum zunehmend bremsen. Die Zahl der Beschäftigten werde bis 2019 um rund 1,1 Millionen steigen, die der Arbeitslosen um etwa eine Viertelmillion auf 2,275 Millionen abnehmen. Wegen steigender Steuer- und Beitragseinnahmen rechnen die Professoren mit milliardenschweren Überschüssen im Staatshaushalt. Der Schuldenberg dürfte dadurch 2019 erstmals wieder die in den EU-Verträgen vorgesehene Höchstgrenze von 60 Prozent des BIP unterschreiten.

Hoch