RWI in den Medien

Kriminalität steigt durch Flüchtlinge nicht

Studie untersuchte Daten 2010 bis 2015

Westdeutsche Allgemeine WAZ vom 09.02.2018

Essen. Die hohe Zahl an Flüchtlingen und Asylsuchenden hat in Deutschland laut einer Studie des RWI-Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen nicht zu einem grundsätzlichen Anstieg der Kriminalität geführt. Allerdings gebe es in der Gruppe der anerkannten Flüchtlinge ein erhöhtes Kriminalitätsniveau bei Delikten wie Diebstahl und Betrug.
Für die Studie war erstmals getrennt der Einfluss der Zuwanderung von Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen auf verschiedene Deliktarten untersucht worden. Dazu wurden Daten der Kriminalstatistik und des Ausländerzentralregisters auf Kreisebene von 2010 bis 2015 ausgewertet. In dieser Zeit hat sich die Zahl der jährlichen Asylanträge auf knapp 477 000 im Jahr 2015 fast verzehnfacht.
Gewaltverbrechen nehmen nicht zu Die Analyse zeige zum einen, dass ein Anstieg des Anteils von Asylbewerbern in einem Kreis um einen Prozentpunkt den Anteil der tatverdächtigen Asylbewerber nur leicht erhöht, hieß es. Dabei handelt es sich jedoch um migrationsspezifische Delikte – etwa Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz – die von Einheimischen gar nicht begangen werden können. Rechnet man diese Art der Delikte heraus, verändere sich die Kriminalitätsrate nicht.
Anders sehe es bei anerkannten Flüchtlingen aus. Steigt ihr Anteil im Kreis um einen Prozentpunkt, so erhöht dies den Anteil um gut 0,4 Tatverdächtige pro 100 Einwohner. Dabei gehe es vor allem um gewaltfreie Delikte wie Diebstahl und Betrug. Bei Gewaltverbrechen wie Raub oder Sexualdelikte lasse sich indes kein signifikanter Anstieg der Kriminalitätsraten feststellen, so die Forscher.

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