RWI in den Medien

Die neue Wachstumsbremse

Volle Auftragsbücher, aber zu wenig Personal: Der zunehmende Fachkräftemangel dämpft den Optimismus vieler deutscher Unternehmen. 2018 könnten die fehlenden Spezialisten das wirtschaftliche Wachstum bremsen, warnt der Chef der Wirtschaftsweisen.

Handelsblatt vom 02.01.2018

Die deutsche Wirtschaft startet voller Optimismus ins neue Jahr. Alle wichtigen Forschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognosen nach oben korrigiert, und die Auftragsbücher sind voll. So voll, dass viele Firmen an ihre Grenzen stoßen. Im Baugewerbe und in der Metallindustrie klagt jedes fünfte Unternehmen, dass es mehr Aufträge annehmen oder produzieren könnte, wenn es geeignetes Personal fände.
Es sind Klagen auf hohem Niveau. Doch der Fachkräftemangel wird zum ernsten Problem für die deutsche Wirtschaft. Zuletzt sei ein flächendeckender Fachkräftemangel vor allem durch EU-Zuwanderer verhindert worden, sagt der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt. Doch schon jetzt falle es den Unternehmen zunehmend schwer, offene Stellen zu besetzen. Die Folge: "Bereits 2018 ist daher mit einer etwas geringeren Wachstumsdynamik zu rechnen als noch im vergangenen Jahr", warnt Schmidt.
Aktuell sucht die Wirtschaft 1,1 Millionen neue Mitarbeiter. Allein bei den 30 Dax-Konzernen gibt es fast 20 000 offene Stellen - 5 000 mehr als vor einem Jahr. Besonders gesucht sind Mechatroniker, Mathematiker, Wirtschaftswissenschaftler und IT-Spezialisten.
Als Antwort auf den Fachkräftemangel fordert Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer eine Fachkräftestrategie mit stärkerer Förderung für Langzeitarbeitslose, besserer Kinderbetreuung und gesteuerter Zuwanderung. Michael Hüther, Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, mahnt, "alle Begrenzungen des Arbeitsvolumens zu verhindern, die duale Ausbildung zu stärken und ein modernes Einwanderungsrecht zu schaffen".

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