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RWI-Konsumindikator: Privater Konsum verliert an Dynamik

Pressemitteilung vom 23.06.2016

Der private Konsum dürfte im Sommerhalbjahr etwas an Dynamik einbüßen. Darauf deutet der auf Internetdaten basierende RWI-Konsumindikator hin, der für das zweite Quartal 2016 von 57,0 auf 51,1 zurückgegangen ist. Für das dritte Quartal zeichnet sich mit einem Wert von 45,2 ein noch  schwächerer Anstieg der privaten Konsumnachfrage ab. Da sie nach wie vor die wichtigste Triebkraft der deutschen Konjunktur ist, dürfte sich daher auch die gesamtwirtschaftliche Expansion insgesamt etwas abschwächen.

Vor allem das internationale Umfeld scheint die konjunkturellen Aussichten einzutrüben. Dazu dürfte auch die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen eines Brexit beitragen. Entsprechend halten sich die Verbraucher mit größeren Anschaffungen zumindest vorübergehend zurück, auch wenn die Binnenkonjunktur nach wie vor intakt ist und voraussichtlich auch bleiben wird: Die zunehmende Beschäftigung bei steigenden Reallöhnen, die kräftige Anhebung der Altersrenten zur Mitte dieses Jahres sowie die durch die Flüchtlingsmigration induzierten Transfers dürften die verfügbaren Einkommen nochmals deutlich zunehmen lassen und die Expansion der privaten Konsumausgaben stützen. Ausführlichere Informationen hierzu enthält der aktuelle RWI-Konjunkturbericht Heft 2/2016.

Indikator wertet Google-Suchanfragen aus

Der RWI-Konsumindikator stützt sich auf Angaben der Internet-Suchmaschine Google. Betrachtet wird die Häufigkeit, mit der nach Begriffen gesucht wird, die 41 für den privaten Konsum relevanten Güterkategorien zugerechnet werden können. Die wöchentlich vorliegenden Daten werden zu Monatsangaben aggregiert und anschließend saisonbereinigt. Der Indikator gibt an, wie groß der prozentuale Anteil der so transformierten Einzelreihen ist, die in einem Monat gestiegen sind, so dass er Werte zwischen 0 und 100 annehmen kann. Anschließend wird dieser Index zu Quartalswerten aggregiert. Da die Suchhäufigkeiten aus einer Stichprobe abgeleitet werden, ändern sich die Angaben auch für zurückliegende Quartale leicht. Damit ist insbesondere der Indikatorwert für das letzte ausgewiesene Quartal (hier das dritte Quartal) mit Unsicherheiten behaftet. Die Grundtendenz wird dadurch allerdings erfahrungsgemäß nicht beeinflusst.

Der Indikator zeichnet die Schwankungen in den Vorquartalsveränderungen des saisonbereinigten privaten Konsums durchweg gut nach. Dabei weist er gegenüber dem privaten Verbrauch einen Vorlauf von einem Quartal auf. Er eignet sich damit als Kurzfristindikator nicht nur für Prognosen des laufenden Quartals, sondern liefert auch gute Informationen für das jeweils kommende Quartal.

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Ansprechpartner:
Dr. Torsten Schmidt, Tel.: (0201) 81 49-287
Sabine Weiler (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-213

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