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RWI senkt Konjunkturprognose für 2016 auf 1,4 Prozent

Pressemitteilung vom 16.03.2016

Das RWI senkt seine Prognose des deutschen Wirtschaftswachstums für das Jahr 2016 gegenüber Dezember 2015 von 1,8 auf 1,4 Prozent; für 2017 erwartet es 1,6 Prozent. Die Konjunktur dürfte weiter von der Inlandsnachfrage getragen werden. Die Arbeitslosenquote dürfte trotz zunehmender Beschäftigung aufgrund der Flüchtlingsmigration voraussichtlich von 6,3 Prozent in diesem auf 6,5 Prozent im kommenden Jahr steigen. Die Inflation dürfte in diesem Jahr gering bleiben und im nächsten Jahr anziehen. Die öffentlichen Haushalte werden 2016 und 2017 voraussichtlich nur noch geringe Überschüsse erzielen. Risiken gehen vor allem von der nachlassenden Dynamik des Welthandels und einer Einführung dauerhafter Personenkontrollen an den EU-Grenzen aus.

Das RWI senkt seine Konjunkturprognose für 2016 auf 1,4 Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Dezember waren noch 1,8 Prozent erwartet worden. Für 2017 liegt die Prognose bei 1,6 Prozent. Gebremst wird die Expansion in diesem Jahr von der Außenwirtschaft. „Das Wirtschaftswachstum wird voraussichtlich allein von der Inlandsnachfrage getragen“, so RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn. Private Konsumausgaben, Wohnungsbauinvestitionen und Staatsverbrauch expandieren kräftig. Eine Ursache sind die durch die Flüchtlingsmigration induzierten Transfers, Ausgaben des Staates und Aktivitäten zur Verbesserung des Wohnungsangebots. Aber auch die Geldpolitik der EZB schiebt. Im kommenden Jahr dürfte die Expansion an Kraft gewinnen, da die dämpfenden Effekte seitens der Außenwirtschaft wegfallen.

Die Beschäftigung dürfte in diesem und im nächsten Jahr weiter steigen. Gleichzeitig zeichnet sich eine Zunahme der Arbeitslosigkeit ab. Sie dürfte in diesem Jahr 6,3 Prozent und im kommenden Jahr 6,5 Prozent betragen. „Die steigende Arbeitslosenquote ist vor allem auf die Flüchtlingsmigration zurückzuführen. Die nach Deutschland gekommenen Asylbewerber treten in zunehmendem Maße auf den Arbeitsmarkt, haben aber schlechte Beschäftigungschancen und sind zunächst oft arbeitslos“, erläutert Döhrn.

Inflation steigt, staatlicher Budgetüberschuss sinkt

Die Inflationsrate dürfte von 0,4 Prozent in diesem auf 1,5 Prozent im nächsten Jahr steigen. Angesichts der expansiv ausgerichteten Finanzpolitik und der staatlichen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingsmigration dürfte der Budgetüberschuss des Staates in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr von 19 auf knapp 4 Milliarden Euro sinken. Diese Belastungen bleiben auch 2017, der Überschuss dürfte sich aber leicht auf 8 Milliarden Euro erhöhen, weil Erlöse aus Versteigerung der Funkfrequenzen in Höhe von 3,8 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Die deutsche Wirtschaft bewegt sich laut RWI-Konjunkturchef Döhrn in einem schwierigen Fahrwasser. „Die Dynamik des Welthandels hat sich deutlich verlangsamt, und der Zusammenhalt in der EU hat sich jüngst deutlich verschlechtert. Sollten sich diese Tendenzen fortsetzen, wäre das Gift für eine offene, auf einen intensiven internationalen Warenaustausch ausgerichtete Volkswirtschaft wie Deutschland.“

Weltwirtschaft: Internationale Konjunktur mit wenig Dynamik

Das weltwirtschaftliche Expansionstempo dürfte sich im Prognosezeitraum etwas erhöhen, mit Raten von 2,9 Prozent in diesem Jahr und 3,2 Prozent im nächsten Jahr aber niedrig bleiben. Während sich für einige fortgeschrittene Volkswirtschaften die Anzeichen für ein Ende der konjunkturellen Schwäche mehren, hält die schwache Wirtschaftsentwicklung in den Schwellenländern an. Größtes Risiko für die Weltkonjunktur ist nach wie vor ein konjunktureller Einbruch in China.

(veröffentlicht in „RWI Konjunkturberichte“, Heft 1/2016)

Ansprechpartner:          

Prof. Dr. Roland Döhrn, Tel.: (0201) 81 49-262
Katharina Fischer (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-244

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Eckwerte zur RWI-Konjunkturprognose vom 16. März 2016

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