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RWI-Konsumindikator: Nur moderate Ausweitung des privaten Konsums

Pressemitteilung vom 24.09.2015

Dem auf Internetdaten basierenden RWI-Konsumindikator zufolge weitet sich der private Konsum bis zum Jahresende nur noch moderat aus. Der Indikator geht im dritten Quartal erneut zurück und fällt von 43,7 auf 31,1. Da er bereits im zweiten Quartal von 48,1 auf 43,7 gesunken war, zeichnet sich nun für die gesamte zweite Jahreshälfte eine Abschwächung der privaten Konsumausgaben ab. Damit setzt sich der bereits in der ersten Jahreshälfte beobachtete und vom RWI-Konsumindikator im Vorfeld zutreffend angezeigte Trend fort.

Zwar sind die verfügbaren Einkommen kräftig gestiegen. Da sich aber die Teuerung im zweiten Quartal wieder beschleunigte, wuchsen die Realeinkommen weniger stark. Die Konsumausgaben stiegen entsprechend im zweiten Quartal nur noch um 0,2%, nach 0,4% im ersten Quartal. Bemerkenswert ist vor allem, dass die Sparquote im zweiten Quartal angestiegen ist. Dies deutet darauf hin, dass die privaten Haushalte zunehmend Zweifel an der Fortsetzung der Einkommenszuwächse haben. Anscheinend haben die zunehmenden globalen Konjunkturrisiken und die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten die Verbraucher verunsichert, so dass sie sich bei größeren Anschaffungen zurückhalten. Dies scheint sich bis zum Ende des Jahres fortzusetzen, da sich auch durch die Wachstumsschwäche in China die Perspektiven für die Konjunktur in Deutschland eher verschlechtert haben (vgl. RWI-Konjunkturbericht Heft 3/2015).

Indikator wertet Google-Suchanfragen aus

Der RWI-Konsumindikator stützt sich auf Angaben der Internet-Suchmaschine Google. Betrachtet wird die Häufigkeit, mit der nach Begriffen gesucht wird, die 41 für den privaten Konsum relevanten Güterkategorien zugerechnet werden können. Die wöchentlich vorliegenden Daten werden zu Monatsangaben aggregiert und anschließend saisonbereinigt. Der Indikator gibt an, wie groß der prozentuale Anteil der so transformierten Einzelreihen ist, die in einem Monat gestiegen sind, so dass er Werte zwischen 0 und 100 annehmen kann. Anschließend wird dieser Index zu Quartalswerten aggregiert. Da die Suchhäufigkeiten aus einer Stichprobe abgeleitet werden, ändern sich die Angaben auch für zurückliegende Quartale leicht. Damit ist insbesondere der Indikatorwert für das letzte ausgewiesene Quartal mit Unsicherheiten behaftet. Die Grundtendenz wird dadurch allerdings erfahrungsgemäß nicht beeinflusst.

Der Indikator zeichnet die Schwankungen in den Vorquartalsveränderungen des saisonbereinigten privaten Konsums durchweg gut nach. Dabei weist er gegenüber dem privaten Verbrauch einen Vorlauf von einem Quartal auf. Er eignet sich damit als Kurzfristindikator nicht nur für Prognosen des laufenden Quartals, sondern liefert auch gute Informationen für das jeweils kommende Quartal.

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Ansprechpartner:
Dr. Torsten Schmidt, Tel.: (0201) 81 49-287
Sabine Weiler (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-213

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