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Immer mehr Privathaushalte nutzen erneuerbare Energien

Pressemitteilung vom 04.08.2015

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energieversorgung der privaten Haushalte in Deutschland ist weiter gestiegen und lag im Jahr 2013 bei 12,9%. Dies ist eines der Ergebnisse einer aktuellen Studie zum Energieverbrauch privater Haushalte in Deutschland, die das RWI zusammen mit forsa im Auftrag des BMWi für die Jahre 2011 bis 2013 durchgeführt hat. Sie zeigt auch, dass die Stromkosten Privathaushalte mit einem niedrigen Nettoeinkommen relativ höher belasten als Haushalte von Besserverdienern.

Deutsche Privathaushalte setzen bei der Energieversorgung zunehmend auf erneuerbare Energien. In den Jahren 2010 bis 2013 stieg ihr Anteil von 12,1% auf 12,9%. Sie stehen damit hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Energieversorgung an vierter Stelle. Erdgas und Heizöl hatten mit 34,3% bzw. 27% im Jahr 2013 den weitaus größten Anteil an der Energieversorgung der privaten Haushalte in Deutschland; an dritter Stelle folgt Strom mit 19,5%. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Erhebung des Energieverbrauchs der privaten Haushalte für die Jahre 2011-2013“, die das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) und forsa im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) durchgeführt haben.

Wie die Studie weiter zeigt, besaßen zu Beginn des Jahres 2014 rund 11% aller Haushalte einen Solarwärmekollektor. Gegenüber dem Jahr 2006 mit 5,9% hat sich die Nutzung damit nahezu verdoppelt; im Jahr 2012 betrug der Anteil noch 8,9%. Ebenso hat die Verbreitung von Photovoltaikanlagen zugenommen: Während im Jahr 2006 noch 2,1% aller Haushalte mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet waren, besaßen zu Beginn des Jahres 2014 etwa 6,8% eine solche Anlage.

Einkommensschwache Haushalte werden durch Stromkosten stärker belastet

Die Auswertung der Daten zeigt zudem, dass der Anteil der Stromkosten am Nettoeinkommen von privaten Haushalten bei einkommensschwachen Haushalten deutlich größer ist als bei wohlhabenderen Haushalten. Diese relative Stromkostenbelastung nimmt – ebenso wie die Belastung durch andere Energieträger und andere Güter des Grundbedarfs – mit zunehmenden Haushaltseinkommen immer stärker ab. So liegt der Mittelwert des Stromkostenanteils für die 237 Haushalte der zweituntersten Einkommenskategorie (monatlich 700 bis 1 200 Euro) bei 5,3%, während er für die 108 Haushalte mit einem Einkommen zwischen 5 200 und 5 700 Euro 1,6% beträgt.

Die Studie basiert auf der bislang fünfmaligen Befragung eines zu weiten Teilen identischen Panels von Haushalten zu deren Einsatz und Verwendung von Energie. Sie ist damit die weltweit umfangreichste Panelbefragung dieser Art. Im Rahmen dieser repräsentativen Erhebung nahmen mit über 8 500 Haushalten des forsa-Panels rund 2 000 Haushalte mehr teil als in früheren Studien von RWI und forsa. Die Befragung erfolgte bildschirmgestützt und ermittelte u.a. den Verbrauch einzelner Energieträger wie Strom, Heizöl oder Erdgas. Die Ergebnisse wurden anschließend auf alle deutschen Haushalte hochgerechnet.

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Ansprechpartner:   
       
Prof. Dr. Manuel Frondel, Tel.: (0201) 8149-204
Katharina Fischer (Pressestelle), Tel.: (0201) 8149-244


Dieser Pressemitteilung liegt der RWI Projektbericht „Erhebung des Energieverbrauchs der privaten Haushalte für die Jahre 2011-2013“ zugrunde.

Hintergrundinformationen zum Forschungsprojekt: www.rwi-essen.de/haushaltsenergieverbrauch

 

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