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RWI-Konsumindikator: Privater Konsum wächst langsamer

Pressemitteilung vom 25.03.2015

Der auf Internetdaten basierende RWI-Konsumindikator ist im vierten Quartal 2014 von 63,7 auf 54,8 und auf 54,1 im ersten Quartal dieses Jahres gesunken. Da er einen Vorlauf von einem Quartal auf den realen privaten Konsum hat, dürfte dieser in Deutschland in den ersten zwei Quartalen in etwas moderaterem Tempo ausgeweitet werden als noch in der zweiten Jahreshälfte 2014. Das dürfte vor allem darauf zurückzuführen sein, dass der niedrige Ölpreis den privaten Konsum zum Ende des vergangenen Jahres regelrecht befeuerte. Der Preis ist zwar zu Beginn dieses Jahres noch weiter gefallen, aber nicht mehr im gleichen Ausmaß. Seine stimulierende Wirkung dürfte daher inzwischen etwas nachgelassen haben.
Grafik zum RWI-Konsumindikator

Angesichts der insgesamt günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürfte die Abschwächung des privaten Konsums jedoch nicht sehr ausgeprägt sein. Vielmehr lassen die aktuellen Konjunkturdaten erwarten, dass die privaten Konsumausgaben aufgrund der günstigen Einkommenssituation und der sich weiter verbessernden Lage am Arbeitsmarkt weiter deutlich steigen werden. So haben die realen, saisonbereinigten Einzelhandelsumsätze im Januar um 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und damit im vierten Monat in Folge zugenommen, die Zahl der Kfz-Neuzulassungen stieg ebenfalls. Auch die Verbraucherumfrage im Auftrag der EU weist auf eine große Bereitschaft der Konsumenten hin, größere Anschaffungen zu tätigen (vgl. RWI-Konjunkturbericht Heft 1/2015). 

Indikator wertet Google-Suchanfragen aus

Der RWI-Konsumindikator stützt sich auf Angaben der Internet-Suchmaschine Google. Betrachtet wird die Häufigkeit, mit der nach Begriffen gesucht wird, die 41 für den privaten Konsum relevanten Güterkategorien zugerechnet werden können. Die wöchentlich vorliegenden Daten werden zu Monatsangaben aggregiert und anschließend saisonbereinigt. Der Indikator gibt an, wie groß der prozentuale Anteil der so transformierten Einzelreihen ist, die in einem Monat gestiegen sind, so dass er Werte zwischen 0 und 100 annehmen kann. Anschließend wird dieser Index zu Quartalswerten aggregiert. Da die Suchhäufigkeiten aus einer Stichprobe abgeleitet werden, ändern sich die Angaben auch für zurückliegende Quartale leicht. Damit ist insbesondere der Indikatorwert für das letzte ausgewiesene Quartal (hier das dritte Quartal) mit Unsicherheiten behaftet. Die Grundtendenz wird dadurch allerdings erfahrungsgemäß nicht beeinflusst.

Der Indikator zeichnet die Schwankungen in den Vorquartalsveränderungen des saisonbereinigten privaten Konsums durchweg gut nach. Dabei weist er gegenüber dem privaten Verbrauch einen Vorlauf von einem Quartal auf. Er eignet sich damit als Kurzfristindikator nicht nur für Prognosen des laufenden Quartals, sondern liefert auch gute Informationen für das jeweils kommende Quartal.  

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Ansprechpartner:
Dr. Torsten Schmidt, Tel.: (0201) 81 49-287
Sabine Weiler (Pressestelle), Tel.: (0201) 81 49-213


Weitere Informationen finden Sie unter www.rwi-essen.de/konsumindikator.

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