Leibniz Science Campus Ruhr

Forschungsbereich

Gesundheit und ihre Transmission über Generationen hinweg

Das Ruhrgebiet hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch verändert. Vor den 1950er Jahren war die Kohleindustrie der größte industrielle Sektor in der Region und beschäftigte fast eine halbe Million Arbeiter. Seit dem Rückgang der Stahlindustrie in den 1980er Jahren ist diese Zahl drastisch gesunken, was auch zu einer signifikanten Verringerung der Bevölkerungsgröße führte. Während es in Deutschland vor allem in der ehemaligen DDR weitere demografisch rückläufige Städte gibt, nimmt das Ruhrgebiet mit einer der schnellsten Raten ab und ist einzigartig in seiner Agglomeration von demografisch rückläufigen Städten.

Ziel dieses Projektes ist es, den Einfluss des Lebens in einer demografisch abnehmenden Region auf die Gesundheit zu analysieren und den Kanal dieses Effekts zu identifizieren und zu erforschen wie er von einer Generation zur nächsten übertragen wird. Zuerst untersuchen wir, welche Kanäle die Gesundheit von Erwachsenen beeinflussen. Es wird erwartet, dass Stress, Depression und andere psychische Krankheiten in demografisch und ökonomisch abnehmenden Umgebungen auftreten, was wiederum zu einer erhöhten körperlichen Morbidität führen kann. Zweitens wird untersucht, ob die psychische Morbidität bei den Eltern auf die nächste Generation übertragen wird, wodurch die negativen gesundheitlichen Auswirkungen des geodemografischen Rückgangs potenziell verfestigt werden.

Dieses Projekt konzentriert sich insbesondere auf den Kanal der nicht-genetischen Umweltübertragung, die entweder psychologischer oder physischer Natur sein könnte. Die Ergebnisse des Projekts sind also zweifach. Erstens werden wir die negativen gesundheitlichen Auswirkungen bestimmter Regionen für Erwachsene darstellen. Zweitens werden wir zeigen, ob und wie diese gesundheitlichen Auswirkungen bei den Eltern die Gesundheit der Kinder im späteren Leben beeinflusst.

Projektleiter: Prof. Dr. Martin Karlsson

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