Wachstum und Konjunktur
Zielsetzung
Die umfassende Untersuchung der Entwicklung gesamtwirtschaftlicher Kernvariablen wie Produktion, Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Inflation stellt einen unverzichtbaren Hintergrund für die Analyse einzelner Sektoren und Märkte, für die Beschreibung der ökonomischen Prosperität ausgewählter Teile der Bevölkerung und für die Evaluierung wirtschaftspolitischer Maßnahmen dar. Zudem werfen die Beschreibung gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen und die Identifikation der Treibkräfte des Wachstums anspruchsvolle wirtschaftswissenschaftliche Forschungsfragen auf. Nicht zuletzt aber erwarten Öffentlichkeit und Politik von einem empirisch arbeitende Forschungsinstitut die kompetente Untersuchung und Erklärung gesamtwirtschaftlicher Phänomene. Aus diesen Gründen ist die makroökonomische Analyse ein Kernbestandteil der Forschung des RWI - und besteht aus weit mehr als nur jener soliden Beschreibung der augenblicklichen gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen, mit denen die Konjunkturforschung in der öffentlichen Diskussion häufig identifiziert wird.
In kaum einem anderen Teilgebiet tritt die duale Natur der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung - die Erklärung menschlichen Verhaltens unter Knappheitsbedingungen und die Vorhersage von zukünftigen Entwicklungen - deutlicher zu Tage als in der Arbeit des Kompetenzbereichs „Wachstum und Konjunktur“. Eine grundsätzliche methodische Herausforderung für die empirische makroökonomische Analyse liegt dabei in der nicht-stationären Natur der zu untersuchenden Prozesse. So wächst die gesamtwirtschaftliche Aktivität zwar typischerweise im Zeitablauf, aber nicht nach einem trivialen oder leicht zu erkennenden Muster. Stattdessen wird das Wachstum von ebenfalls in ihrer Natur komplexen Schwankungen der wirtschaftlichen Aktivität überlagert. Dies hat zur Folge, dass sowohl die Prognose künftiger Entwicklungen als auch die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen wirtschaftspolitischer Eingriffe zur Stabilisierung und Verbesserung der Wachstumsaussichten theoretisch nicht hinreichend geklärt sind. Bedeutende Forschungsfragen gilt es zu lösen.
