Wachstum, Konjunktur, Öffentliche Finanzen

Wachstum, Konjunktur, Öffentliche Finanzen

Schwerpunkte

Konjunkturanalyse und -prognose

Die Konjunkturanalysen und -prognosen des RWI sind ein wichtiger Baustein seiner Politikberatung. Vier Mal jährlich veröffentlicht das RWI eine Konjunkturprognose; die zwei ausführlicheren Konjunkturberichte im Sommer und Winter enthalten zusätzlich eine Einschätzung der Konjunktur im Ausland und wirtschaftspolitische Empfehlungen. Zugleich bilden diese Berichte die Grundlage für die Beteiligung des Instituts an der Gemeinschaftsdiagnose.

Unterstützt wird die Konjunkturanalyse durch eigens entwickelte Konjunkturindikatoren und durch das RWI-Konjunkturmodell. So erlaubt der RWI/ISL-Containerumschlag-Index eine frühzeitige Einschätzung der Entwicklung des Welthandels. Der auf Internetdaten basierende RWI-Konsumindikator ist ein vorlaufender Indikator der Konsumnachfrage der privaten Haushalte. Das RWI-Konjunkturmodell erlaubt Simulationen zu den Auswirkungen wirtschaftspolitischer Maßnahmen und findet Eingang in die Konjunkturanalysen – etwa in Form von Alternativsimulationen – wie auch in die wirtschaftspolitische Beratung.

In Politik und Öffentlichkeit beachtete Analysen und Prognosen erfordern eine ständige Weiterentwicklung des Instrumentariums. Im Fokus steht derzeit – in Kooperation mit dem FDZ Ruhr – die Analyse des Immobilienmarktes vor allem hinsichtlich einer frühen Erkennung von Preisblasen. Oben auf der Forschungsagenda stehen auch Forschungsansätze, die eine integrierte Analyse kurzfristiger Fluktuationen und mittelfristiger Tendenzen zulassen.

Langfristige Wirtschaftsentwicklung

Die kurz- und die langfristige Wirtschaftsentwicklung sind in vielen Bereichen eng miteinander verbunden. So erhöht z.B. ein Anstieg der privaten und öffentlichen Investitionen kurzfristig die Nachfrage, führt aber gleichzeitig zu einer Ausweitung der Produktionskapazitäten und fördert somit das längerfristige Wirtschaftswachstum. Auch der demografische Wandel beeinflusst die Wachstumsperspektiven einer Volkswirtschaft und in zunehmenden Maße die kurzfristige Wirtschaftsaktivität. Aus diesem Grund soll die in der Makroökonomie vorherrschende künstliche Trennung beider Phänomene überwunden werden. Ziel ist es, einen Modelltyp für die Prognosen und Simulationen des RWI einzusetzen, der die gemeinsame Analyse von Konjunktur- und Wachstumseffekten, z.B. von Strukturreformen, erlaubt.

Öffentliche Haushalte

Nicht zuletzt die Europäische Staatsschuldenkrise hat die Wichtigkeit tragfähiger öffentlicher Finanzen gezeigt. Entsprechend besitzt die Analyse der öffentlichen Finanzen in der makroökonomischen Analyse des Instituts einen hohen Stellenwert. In Deutschland wurde eine Schuldenbremse im Grundgesetz verankert, die Nettoneuverschuldung des Bundes eng begrenzt und von den Ländern ab 2020 in konjunkturellen Normallagen ausgeglichen Haushalt verlangt. Um die Haushaltslage von Bund und Ländern vor diesem Hintergrund beurteilen zu können, müssen die Analysen zur wirtschaftlichen Entwicklung in der mittleren Frist mit Einschätzungen der Konjunktursensibilität staatlicher Einnahmen und Ausgaben verbunden werden. Sowohl das RWI-Einkommensteuer-Mikrosimulationsmodell (EMSIM) als auch das RWI-Umsatzsteuer-Mikrosimulationsmodell erlauben nicht nur Aussagen zu Auswirkungen der Konjunktur und von Änderungen des Steuertarifs auf das Steueraufkommen, sondern auch auf die Verteilung der Steuerlast nach Einkommensklassen und Haushaltstypen.

Ein weiterer Schwerpunkt – auch vor dem Hintergund des demografischen Wandels – sind Tragfähigkeitsanalysen der kommunalen Haushalte. Sie stützen sich auf eine Kommunaldatenbank, die sowohl Daten der amtlichen Statistik als auch von den Kommunen veröffentlichte Informationen umfasst.

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