Wachstum, Konjunktur, Öffentliche Finanzen

Projekt: Auswirkungen der Rettungsprogramme auf die Wettbewerbsfähigkeit der Programmländer Portugal und Irland

Projektlaufzeit

06/2016 - 12/2016 (abgeschlossen)

Projektfinanzierung

Bundesministerium der Finanzen

Projektteam (RWI)

Prof. Dr. Roland Döhrn (Leitung), Angela Fuest, Dr. Martin Micheli

Konsortialführer

Walter Eucken Institut

Zusammenfassung

Während der Eurokrise verloren Portugal und Irland den Zugang zu den Kapitalmärkten und mussten um finanzielle Hilfe bei Europäischen Institutionen, bei IMF, und in Form von bilateralen Kreditvereinbarungen nachsuchen. Die Gewährung dieser Mittel wurde an die Zusage von Reformmaßnahmen gekoppelt, die in einem Memorandum of Understanding festgelegt wurden und der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Länder dienen sollten. Die Studie analysiert die Umsetzung dieser Reformmaßnahmen und ob bereist Konsequenzen für die Wettbewerbsfähigkeit zu erkennen sind. Die Ausgangssituation in beiden Ländern war höchst unterschiedlich. In Irland war das Wachstum befeuert durch niedrige Zinsen hoch, jedoch bildeten sich eine Immobilien- und eine Kreditblase, Deshalb konzentrierten sich die Reformen zum größeren Teil auf den Finanzsektor. In Portugal hingegen war das Wachstum trotz nach dem Euro-Beitritt verbesserter Finanzierungsbedingungen niedrig, weil diese vor allem den Konsum anregten. Die Kapitalbildung war schwach, nicht zuletzt wegen regulierter Arbeits- und Produktmärkte und eines überbordenden Staatssektors. Die Studie zeigt, dass beide Länder die vereinbarten Reformen umsetzten, wenn auch manchmal nur zögerlich. Mit Blick auf das Wachstum unterscheiden sich die Folgen aber spürbar zwischen beiden Länder, Irland ist zurück auf einem Wachstumspfad. Die negative Produktionslücke schließt sich, wenn sie nicht bereits positiv ist; eine grundlegende Revision der irischen VGR erlaubt hier keine klare Aussage. In Portugal wächst das Produktionspotenzial immer noch recht schwach und die Wirtschaft erholt sich nur langsam von der Krise. Internationale Evidenz zeigt aber, dass Arbeitsmarktreformen letztlich das Wachstum beflügeln, weil sie die strukturelle Arbeitslosigkeit senken, und dass die Förderung der Unternehmensdynamik sich in Form höherer Investitionen und eines modernere Kapitalstocks auszahlt. Nur brauchen solche Reformen Zeit.

Ausgewählte projektbezogene Publikationen

RWI Projektberichte

2017

RWI und Walter Eucken Institut (2017), Auswirkungen der Rettungsprogramme auf die Wettbewerbsfähigkeit der Programmländer Portugal und Irland - Kurzfassung. Projektbericht download

RWI und Walter Eucken Institut (2017), Auswirkungen der Rettungsprogramme auf die Wettbewerbsfähigkeit der Programmländer Portugal und Irland. Projektbericht download

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