Umwelt und REssourcen

Umwelt und Ressourcen

Schwerpunkte

Umwelt- und Energiepolitik

Seit Verkündung der freiwilligen Klimaschutzvereinbarungen der deutschen Industrie vor mehr als einem Jahrzehnt fungiert das RWI als wissenschaftlicher Evaluator dieser Selbstverpflichtung. Auf Basis jährlicher Berichte der beteiligten Industrieverbände wird beim sog. CO2-Monitoring überprüft, inwieweit die verschiedenen Industriesektoren den von ihnen gesetzten Zielen zur Reduzierung von CO2-Emissionen näher gekommen sind. Diese Arbeit hat besondere Bedeutung, da die EU-Kommission das zeitnahe CO2-Monitoring als die entscheidende Grundlage für die Beihilfegenehmigung des Spitzenausgleichs bei der Ökosteuer ansieht.

Das RWI hat sich nicht zuletzt zu einem der ersten Ansprechpartner für die evidenzbasierte Evaluation von Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit entwickelt. Untersuchungsgegenstand ist die Bedeutung der Energieversorgung von Haushalten und Kleinbetrieben für den Kampf gegen die Armut. Dabei besteht eine enge Kooperation des RWI mit der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der Weltbank. Gemeinsam mit beiden Institutionen arbeitet das RWI an einer Studie zur produktiven Energienutzung und ihrer potenziellen Wirkung in ländlichen Regionen Afrikas. Außerdem evaluierte das RWI im Auftrag der GTZ in mehreren Ländern Elektrifizierungsprojekte, in denen ländliche Regionen mit bis dato nicht vorhandenem Zugang zu Strom versorgt werden. Auch werden derzeit die Wirkungen eines Programms zur Verbreitung effizienterer Kochherde im Senegal untersucht. Zudem evaluiert das RWI die Entwicklungszusammenarbeit der Niederlande im Energiesektor, die in diesem Bereich der wichtigste bilaterale Geber sind. Auch hier stehen Kochenergie und Elektrizität im Mittelpunkt.

Generell zeichnet sich die Arbeit des RWI durch einen umfassenden Evaluierungsansatz aus, der vom Studiendesign über die Durchführung der Erhebung und Datenanalyse bis zur Formulierung praxisorientierter Empfehlungen weite Teile des Evaluierungsprozesses abdeckt. Zugleich wird durch Gutachtertätigkeiten vor Ort der Kontakt zur Praxis gehalten.

Umwelt-, Energie- und Ressourcenökonomik

Fast vier Jahrzehnte nach den Ölpreiskrisen gibt es noch immer keinen allseits akzeptierten und weit verbreiteten statistischen Indikator, mit dem das langfristige Versorgungsrisiko eines Importlandes wie Deutschland empirisch gemessen und in einer einzigen Zahl ausgedrückt werden könnte. In verschiedenen Projekten und Publikationen ist ein solcher Indikator am RWI sukzessive entwickelt und zur Diskussion gestellt worden. Das Konzept fand u.a. Eingang in den Katalog der Nachhaltigkeitsindikatoren des Landes Hessen sowie in das Projekt „Energieprognose 2009“, dem national wohl renommiertesten Projekt im Bereich Energiewirtschaft.

Einen immer wiederkehrenden Untersuchungsgegenstand bildet der Energieverbrauch privater Haushalte, zuletzt im Rahmen der „Energieprognose 2009“. Aufbauend auf in der Vergangenheit erhobenen Daten zum Energieverbrauch der privaten Haushalte für die Jahre 2003 und 2005 wurde dabei der künftige Energieverbrauch der privaten Haushalte abgeschätzt. Der so etablierte Paneldatensatz erlaubt zudem wissenschaftliche Publikationen, etwa zur Messung von Energieeffizienzverbesserungen mit Hilfe von Methoden der Data Envelopment Analysis (DEA).

Ein erneuter Forschungsauftrag erlaubt es, den Energieverbrauch der privaten Haushalte nun für die Jahre 2006 bis 2010 zu erheben. Die durch die wiederholte Befragung von rund 8 000 Haushalten erhaltenen Paneldaten bilden eine selten anzutreffende Datengrundlage zur mikroökonometrischen Untersuchung des Energieverbrauchsverhaltens privater Haushalte. Zum Beispiel wird auf dieser Basis der Reboundeffekt von Maßnahmen zur Energieeffizienzverbesserung erforscht.

Mit dem Teilprojekt A3, „Dynamische Modellierung von Produktionstechnologien“, ist das RWI am Sonderforschungsbereich SFB 823 „Statistik nichtlinearer dynamischer Prozesse“ beteiligt. In diesem Teilprojekt werden am Beispiel des deutschen Stromerzeugungssektors Modelle zur Abbildung von Produktionstechnologien entwickelt, welche die im Zeitablauf variierenden Produktionskapazitäten, Outputs und technologischen Möglichkeiten adäquat berücksichtigt. Dabei werden sowohl Ergänzungen als auch Alternativen zu den klassischen Ansätzen erarbeitet, um unter Benutzung von Discrete-Choice-Methoden den langfristig wirkenden Investitionsentscheidungen bei der Technologiewahl gerecht zu werden.

Weitere Informationen

Leiter

Prof. Dr. Manuel Frondel

Prof. Dr. Manuel Frondel

Tel.: (0201) 8149-204