Umwelt und Ressourcen

Schwerpunkte

Umwelt- und Energiepolitik

Im Fokus dieses Schwerpunkts steht die Evaluierung von umwelt- und energiepolitischen Maßnahmen und Instrumenten mittels moderner Metho­den der Evaluationsforschung sowie mikroökonometrischer Analysen. Generell zeichnet sich die Arbeit des Kompetenzbereichs, wie auch die des RWI insgesamt, durch einen umfassenden Evaluierungsansatz aus, der vom Studiendesign über die Durchführung der Erhebung und Datenanalyse bis zur Formulierung praxisorientierter Empfehlungen weite Teile des Evaluierungsprozesses abdeckt. Zugleich wird teils durch Gutachtertätigkeiten vor Ort der Kontakt zur Praxis gehalten.

Das RWI hat sich zu einem der ersten Ansprechpartner für die evidenzbasierte Evaluation von Energie- und Umweltprojekten in Entwicklungsländern entwickelt. Untersuchungsgegenstand verschiedener Studien ist die Bedeutung der Versorgung von Haushalten und Kleinbetrieben mit Energie für den Kampf gegen die Armut. Diese Forschung wird seit Januar 2015 in der Forschungsgruppe „Klimawandel in Entwicklungsländern“ gebündelt.

Mit der kritischen wissenschaftlichen Begleitung der Förderung der erneuerbaren Energien in Deutschland sowie der freiwilligen Selbstverpflichtungen der deutschen Industrie zu Klimaschutz und Energieeffizienz spielt das RWI eine weithin sichtbare Rolle. Seit Verkündung der freiwilligen Klimaschutzvereinbarungen der deutschen Industrie vor mehr als einem Jahrzehnt begleitet das RWI diese Selbstverpflichtungen wissenschaftlich. So wird derzeit auf Basis jährlicher Berichte die Vereinbarung zur Steigerung der Energieeffizienz überprüft. In dieser Vereinbarung hat die Wirtschaft zugesagt, den spezifischen Energieverbrauch  der Unternehmen des Produzierenden Gewerbes sukzessive zu reduzieren. Diese Arbeit ist von besonderer Bedeutung, da die EU-Kommission das zeitnahe Monitoring als die entscheidende Grundlage für die Beihilfegenehmigung des Spitzenausgleichs bei der Stromsteuer ansieht.

Der Kompetenzbereich befasst sich nicht zuletzt auch mit den Auswirkungen von Technologietransfer und Technologieentwicklung im Umweltschutz.

Umwelt-, Energie- und Ressourcenökonomik

Im Zentrum dieses Forschungsschwerpunktes steht die Erforschung des Energieverbrauchs- bzw. Nachfrageverhaltens der privaten Haushalte, nicht zuletzt in Bezug auf individuelle Mobilität. So beschäftigte sich der Kompetenzbereich insbesondere mit der Analyse von Rebound-Effekten. Diese bezeichnen die Verhaltensänderungen von Individuen als Folge von Maßnahmen zur Verbesserung der technologischen Effizienz. So führen geringere Kosten je Kilometer dazu, dass tendenziell mit einem Benzin sparenden neuen Pkw mehr gefahren wird als mit einem weniger effizienten Auto. Die Beschäftigung mit diesem Forschungsthema im Rahmen von mehreren Projekten hat zu zahlreichen Publikationen in Energie- und Transport-Journals geführt.

Aufbauend auf in der Vergangenheit erhobenen Panel-Daten zum Energieverbrauch der privaten Haushalte für die Jahre 2003 bis 2010 wird dieser repräsentative Paneldatensatz fortwährend weiter ausgebaut. So wurden jüngst im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und in Kooperation mit dem Umfrageinstitut forsa die Angaben von rund 8 500 privaten Haushalten für die Jahre 2011 bis 2013 ergänzt. Neben dem Energieverbrauch der privaten Haushalte wurden ihre Wohnverhältnisse und sozioökonomischen Charakteristika erhoben. Der so etablierte Paneldatensatz erlaubt vielfältige wissenschaftliche Untersuchungen. Ausgewertet wurden die Daten u.a., um die Energiekostenbelastung einkommensschwacher Haushalte zu ermitteln.

Darüber hinaus beschäftigt sich der Kompetenzbereich mit verhaltensökonomischen Fragen im Zusammenhang mit Umwelt- und Energieverbrauch. So werden nicht-finanzielle Möglichkeiten zur Veränderung des Verbraucherverhaltens, etwa durch Energieeinspartipps, auf den tatsächlichen Energieverbrauch der privaten Haushalte untersucht.

Schließlich ist das RWI mit dem Teilprojekt A3 „Dynamische Modellierung von Produktionstechnologien“ am Sonderforschungsbereich SFB 823 „Statistik nichtlinearer dynamischer Prozesse“ beteiligt.

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