Klimawandel in Entwicklungsländern

Schwerpunkte

Die Reduktion von Treibhausgasemissionen und die Anpassung an veränderte Umweltbedingungen sind zwei der größten Herausforderungen des Klimawandels. Dies trifft insbesondere auf Entwicklungsländer zu, wo Potenziale zur kostengünstigen Emissionsminderung noch unerschlossen sind und die Menschen den Folgen des Klimawandels oft ungeschützt ausgesetzt sind. Die Forschungsgruppe evaluiert vor diesem Hintergrund Politikinterventionen zur Emissionsminderung und zur Erhöhung der Anpassungsfähigkeit der Menschen. Im Fokus steht dabei die Wechselbeziehung von globalem Klima, lokalen Umweltbedingungen und Armut.  

Politikmaßnahmen zur Verbesserung des Energiezugangs basieren häufig auf der Hoffnung, Treibhausgasemissionen zu verringern und die Resilienz der Bevölkerung zu stärken. So kann zum Beispiel der Zugang zu effizienteren Kochtechnologien für die 3 Milliarden Menschen, die weltweit mit Holzbrennstoffen kochen, Entwaldungsprozesse und damit den Abbau von CO2-Senken bremsen sowie den Ausstoß von klimaaktivem Black Carbon reduzieren. Zusätzlich verbessert eine solche Maßnahme die Lebensbedingungen der Menschen. Gleichermaßen können Elektrifizierungsinterventionen, gerichtet an die 1,1 Milliarden Menschen ohne Elektrizitätszugang, die Produktivität und das Einkommen der Betroffenen steigern und somit deren Resilienz verbessern.

Hohe Erwartungen ruhen dabei auf der Verbreitung von Mikrofinanzprodukten und der damit verbundenen Möglichkeit, trotz Armut Investitionen in saubere und produktivitätssteigernde Energiequellen zu tätigen. Die Forschungsgruppe beleuchtet die sozioökonomischen Auswirkungen von Mikrofinanzprogrammen, insbesondere das Zusammenspiel von Mikrofinanzen und den Zugang zu verbesserten Kochherden oder Elektrizität.

Beide o.g. (Politik)interventionen beeinflussen zusätzlich die lokalen Umweltbedingungen. Die Forschungsprojekte untersuchen vor allem Wälder und Möglichkeiten zur Reduzierung des Entwaldungsdrucks. Des weiteren stehen landwirtschaftliche Flächennutzung, Fischgründe in Küstenregionen und Abfallentsorgung sowie deren lokale Folgen im Fokus.

Globale Klimaänderungen werden sich auch spürbar auf die lokalen Wasservorkommen auswirken. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser und nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft sind daher essenziell für die Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel. Dies ist nicht nur wichtig in Bezug auf die landwirtschaftliche Produktivität, sondern auch die Gesundheit der Menschen.

In allen Aktivitäten der Forschungsgruppe spielen Gender-Aspekte eine wichtige Rolle, da die Gleichberechtigung der Frau und nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung eng miteinander verbunden sind. Auf der einen Seite spielen Frauen eine große Rolle in der Verwaltung von lokalen natürlichen Ressourcen. Auf der anderen Seite führt wirtschaftliche Entwicklung oft zu einer Reduzierung der Ungleichheit zwischen Mann und Frau. Eine bedeutende Forschungsfrage in diesem Zusammenhang ist die Auswirkung von verbesserten Kochherden auf Frauen, da diese meist für die mühsame Beschaffung von Brennholz verantwortlich sind. Des Weiteren werden Effekte von Elektrifizierung auf Fertilität, häusliche Gewalt und Frauen in Arbeitsmärkten untersucht.

Methodik

Die Forschungsgruppe untersucht empirisch-mikroökonomische Zusammenhänge, zumeist mittels eigens erhobener Daten. Dabei kommen Feldexperimente und andere quantitative Methoden ebenso zum Einsatz wie qualitative Forschungstechniken. Bereits verwendete empirische Methoden werden überprüft und ggf. weiterentwickelt, um den Ansprüchen im Zusammenhang mit den komplexen Wechselbeziehungen zwischen globalen und lokalen Umweltveränderungen und den jeweiligen Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Menschen gerecht zu werden. Zu diesem Zweck führt die Forschungsgruppe auch methodisch ausgerichtete Projekte durch, beispielsweise Systematic Reviews und Replikationsstudien.

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