Arbeitsmärkte, Bildung, Bevölkerung

Schwerpunkte

Arbeitsmarktpolitik und -ökono­mik

Der Arbeitsmarkt spielt eine grundlegende Rolle sowohl für das Wohlergehen jedes Einzelnen als auch für die Gesellschaft als Ganzes. Der Kompetenzbereich konzentriert sich in diesem Schwerpunkt auf zwei Themenfelder.

Das erste Themenfeld liegt auf der Evaluationsforschung. Hierbei wird einerseits untersucht, ob bestimmte arbeitsmarktpolitische Maßnahmen - als Beispiel seien die „Hartz-Gesetze“, die Programme des Europäischen Sozialfonds und die Leistungen zur Beschäftigungsförderung nach § 16a Abs. 10 SGB II „Beschäftigungszuschuss“ genannt - ihre Ziele, etwa die Reduzierung der Arbeitslosigkeit, erreichen, und ob dies kostengünstig, also effizient, geschieht. Andererseits wird die Wirkung von Arbeitsmarktinstitutionen analysiert, z.B. die Effekte von Mindestlöhnen.

Das zweite Themenfeld liegt auf Untersuchungen der grundlegenden Funktionsweisen des Arbeitsmarktes. Hierbei stehen die am Arbeitsmarkt gehandelten Mengen – Beschäftigung und Arbeitslosigkeit – und Preise – Lohn- und Einkommensstrukturen – im Vordergrund. Insbesondere werden das Arbeitsangebot sowie Arbeitsmarktdynamiken analysiert. In diesem Zusammenhang wird beispielsweise untersucht, welche Faktoren diese Dynamiken bedingen und welche Rolle der Konjunkturzyklus oder Aspekte der Globalisierung (z.B. ausländische Direktinvestitionen) und des technologischen Wandels dabei spielen. Auch atypische Beschäftigungsverhältnisse wie Zeitarbeit und geringfügige Beschäftigung werden regelmäßig analysiert.

Bevölkerungs- und Bildungsökonomik

Im Schwerpunkt Bildung und Bevölkerung werden zum einen Aspekte des Erwerbs von Bildung betrachtet und zum anderen Fragen zu Migration, Integration und Fertilität, die allesamt in den Bereich der Bevölkerungsökonomik fallen.

Die Akkumulation von Humankapital stellt eine entscheidende Voraussetzung für den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Erfolg jedes Einzelnen dar. Fragen der Bildungsentscheidung und -politik haben grundsätzlich hohe gesellschaftliche Relevanz, werden aber in der empirischen Wirtschaftsforschung nicht ausreichend analysiert. Die Arbeiten im Bildungsbereich konzentrieren sich auf die Determinanten der Bildungsentscheidung und des -erfolgs, die Evaluation von Bildungsreformen und die Auswirkungen der Bildung einzelner Mitglieder der Gesellschaft auf die Gesellschaft als ganze (sog. externe Effekte). In einer Vielzahl von Projekten liegt der Fokus auf der beruflichen Bildung (Studium und Berufsausbildung) und der beruflichen Weiterbildung. Zur Weiterbildung wurde unter anderem ein eigener "Linked Employer-Employee"-Datensatz (Projekt WeLL) erhoben und das ESF-Programm „Bildungsprämie“ evaluiert.

Im Bereich der Bevölkerungsökonomik spielt auch die Migrationsökonomik eine bedeutende Rolle. Hierbei werden vor allem Forschungsfragen beantwortet, die in engem Zusammenhang mit den Arbeitsmarktthemen des ersten Schwerpunkts stehen. Das Forschungsthema ist durch die Einrichtung einer Forschungsgruppe "Migration und Integration" im Jahr 2015 weiter gestärkt worden.

In beiden Schwerpunkten spielt oftmals die regionale Dimension eine bedeutende Rolle, weshalb die kleinräumige Analyse des Arbeitsmarkt- und Bildungsgeschehens einen wichtigen Stellenwert in der Arbeit des KB einnimmt. Die Untersuchungen mit einem regionalen Schwerpunkt reichen hierbei von Vergleichen zwischen den Regionen der Europäischen Union bis hin zu spezifischen Analysen für das Ruhrgebiet.

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