Arbeitsmärkte, Bildung, Bevölkerung

Projekt: Dienstleistungen im Umfeld Essener Unternehmenszentralen

Projektlaufzeit

12/2005 - 05/2006 (abgeschlossen)

Projektfinanzierung

IEW Interessengemeinschaft Essener Wirtschaft

Projektteam (RWI)

Dr. Uwe Neumann (Leitung), Dr. Markus Scheuer

Kooperation

EWG Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft

Zusammenfassung

Die Internationalisierung der Märkte ist mit einer steigenden Konkurrenz der Städte um mobile Unternehmen verbunden. Großstädte, in denen sich die Sitze der umsatzstärksten Unternehmen konzentrieren, sind in der Regel – gemessen an der Branchenverteilung der Beschäftigten – durch einen auffallend hohen Tertiärbesatz gekennzeichnet. So ist Essen innerhalb des Ruhrgebiets nicht nur die Stadt mit der größten Anzahl an Konzernzentralen, sondern – neben Dortmund – auch mit dem höchsten Anteil an Beschäftigten im Dienstleistungssektor. Essen ist stärker als andere Teile des Ruhrgebiets in den internationalen Standortwettbewerb eingebunden und übernimmt gewissermaßen eine „Vorreiterfunktion“ beim Bedeutungsgewinn des Dienstleistungssektors gegenüber der Industrie - wenn unter den Essener Konzernsitzen auch die Entscheidungszentren von Industrieunternehmen stark vertreten sind. Im Umfeld der Ballung von Konzernzentralen wird ein vielfältiges Spektrum an Dienstleistungen nachgefragt, die sich z.B. nach Art und Umfang des Personaleinsatzes deutlich voneinander unterscheiden können. Die dabei ausgeübten Tätigkeiten können – um nur einige Beispiele zu nennen – sowohl geringer qualifizierte (Reinigung, Gastronomie) als auch hoch spezialisierte Dienstleistungen (Rechtsberatung, Software-Programmierung) umfassen. Bisher mangelt es noch an empirischen Untersuchungen über Art, Struktur, Umfang und Arbeitsmarkteffekte der unternehmensorientierten Dienstleistungen im Umfeld von Unternehmenssitzen, so dass viele Vermutungen über die Verflechtungswirkungen von Konzernzentralen bzw. großen Verwaltungsstandorten noch spekulativ sind. Im Rahmen einer explorativen Fallstudie wurde in einer ersten Erhebung wird untersucht, (i) welche Dienstleistungen insbesondere in den Bereichen Verwaltung, Unternehmensentwicklung und Facility Management für ein großes Unternehmen an dessen Hauptzentrale erbracht werden, (II) welche Dienstleister in Essen und welche außerhalb ansässig sind, (iii) wie wünschenswert aus der Sicht einer Unternehmenszentrale und der Dienstleistungsbranche der Ausbau eines „Dienstleistungsclusters“ am Standort Essen ist, und (iv) welche geringer und höher qualifizierten Dienstleistungen im Einzelnen erbracht werden.

Hoch