Aufgaben & Organisation

Aufgaben und Struktur des RWI

Das RWI versteht sich als modernes Zentrum für wissenschaftliche Forschung und evidenzbasierte Politikberatung. Leitmotiv ist die Forschung zu „individueller Prosperität und wirtschaftspolitischen Handlungsmöglichkeiten im demographischen und gesellschaftlichen Wandel“.

Das Thema „demographischer Wandel in der ökonomischen Analyse“ ist auch Leitmotiv der Ruhr Graduate School in Economics (RGS Econ), die zusammen mit den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen im Herbst 2004 gegründet wurde.

Das RWI ist sich seiner Wurzeln in der Region und seines Auftrags auch zur Analyse ihrer Besonderheiten bewusst – es ist eines der Gründungsinstitute des 2004 ins Leben gerufenen Wissenschaftsforums Ruhr, in dem sich die außeruniversitäten Forschungseinrichtungen des Ruhrgebiets organisiert haben.

Das RWI ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Es wird vom Bund und vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Veränderte Anforderungen

In den vergangenen Jahren sind sowohl im Wissenschaftsbetrieb als auch in der wirtschaftspolitischen Beratung die Ansprüche an die wissenschaftliche und handwerkliche Qualität, an die Aufbereitung der Resultate und Empfehlungen sowie an die Wettbewerbsfähigkeit der Mitarbeiter unaufhörlich gestiegen. Mittlerweile wird nicht nur die traditionelle Verteilung der Aufgaben zwischen Wirtschaftsforschungsinstituten und universitärer Forschungslandschaft, sondern die weitere Existenz der Institute hinterfragt.

Inhaltliche und organisatorische Neuausrichtung

Das RWI hat sich deshalb seit dem Jahr 2003 inhaltlich und organisatorisch neu orientiert, um ein stimmiges und scharfes Forschungs- und Arbeitsprofil zu etablieren und die Qualität der wirtschaftspolitischen Beratung durch hochwertige Forschungsarbeit zu sichern. Entsprechend bietet das Institut einerseits eine breite Expertise in der wirtschaftspolitischen Beratung. Andererseits strebt es in ausgewählten Schwerpunkten an - unterstützt durch Vernetzung mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen - in der Forschung Marktführerschaft zu erreichen und zu sichern. Die flexible Organisationsstruktur des Instituts ist dabei ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

RWI-Organigramm

Flexible Organisation in Kompetenzbereichen

RWI-Forschungsprojekte werden inhaltlich in Schwerpunkte und weiter in Kompetenzbereiche (KB) gebündelt. In den KB sind die wissenschaftlichen Mitarbeiter organisatorisch verankert. Dies erlaubt eine Mehrfachverankerung wie auch einen KB-Wechsel. Damit wird die vormalige starre Aufteilung des Instituts in so genannte Forschungsgruppen aufgehoben, und die Projektleiter müssen ihre Mitarbeiter im Sinne eines internen Wettbewerbs gewinnen.

Themenbereich „Individuelle Prosperität“

Die beiden KB „Arbeitsmärkte, Bildung, Bevölkerung“ sowie „Gesundheit“ bündeln Projekte zu Fragen der individuellen Prosperität. Sie greifen mit Gesundheit und Bildung für die deutsche Forschungslandschaft weitgehend neue Themen auf. Mittlerweile wurde durch Publikationen und Gutachten ein Führungsanspruch angemeldet, vor allem im Bereich der Evaluierung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen.

Themenbereich „Unternehmen und Märkte“

Der KB „Umwelt und Ressourcen“ verfolgt das Leitmotiv aus der Perspektive der Unternehmen und Märkte. Im KB soll eine Stärke der Vergangenheit - die Energieforschung - durch die Ergänzung um neue Themen ausgebaut werden. Zur führenden Rolle in der Forschung zu Emissionen und zum Emissionshandel treten nun zunehmend Themen der Umweltökonomik.

Themenbereich „Gesamtwirtschaftliche Fragestellungen“

Auch im KB zu den gesamtwirtschaftlichen Fragestellungen, „Wachstum, Konjunktur, Öffentliche Finanzen“ werden die bisherigen Stärken des Instituts in der aktuellen Konjunkturdiagnose und -prognose sowie der Analyse öffentlicher Haushalte systematisch durch neue Themen ergänzt. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Implikationen des demographischen Wandels für das Wirtschaftswachstum und die Gestaltung des Systems öffentlicher Einnahmen und Ausgaben.

Die Kompetenzbereiche werden durch die nicht-wissenschaftlichen Abteilungen und das „Forschungsdatenzentrum Ruhr am RWI“ (FDZ Ruhr) ergänzt.

Kompetenzen werden stetig weiterentwickelt

Um seine Ziele zu erreichen, baut das RWI seine methodischen und inhaltlichen Kompetenzen stetig weiter aus. Dazu gehört, die internationale Entwicklung der empirischen Forschung hin zur verstärkten Anwendung mikro-ökonometrischer Methoden nachzuvollziehen. Dies geschieht am RWI sowohl durch die individuelle Weiterentwicklung seiner Wissenschaftler und die Erarbeitung neuer Themen und Forschungsschwerpunkte als auch durch die gezielte Anwerbung neuer Mitarbeiter in Nachwuchs- wie in Führungspositionen.

Der breite satzungsgemäße Auftrag und die betriebsförmige Organisation der Arbeitsabläufe lassen es zu, Projekte methodisch kohärent zu bearbeiten und von der Zusammenballung empirischer Wirtschaftsforscher zu profitieren. Zugleich ermöglicht die überschaubare Größe des RWI – mit augenblicklich etwa 60 wissenschaftlichen Mitarbeitern – eine direkte projektbezogene Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Projektleitern und -mitarbeitern. All dies ermöglicht eine Schärfung des Forschungsprofils.

Qualitätssicherung und Evaluierung

Publikationserfolge und die Einwerbung von Drittmitteln sind Gradmesser für die wissenschaftliche Leistung des RWI. Zudem wird seine Arbeit ständig überprüft. Neben einer Reihe von internen Mechanismen der Qualitätssicherung werden externe Wege der Qualitätssicherung beschritten.

Hochkarätig und fachlich ausgewogen besetzt begleitet der Forschungsbeirat engagiert die Entwicklung des Instituts und gestaltet sie aktiv mit. Regelmäßig unterzieht er das Institut einem so genannten Audit, um eine systematische Bestandsaufnahme zu erhalten. Zudem evaluiert die Leibniz-Gemeinschaft ihre Mitgliedsinstitute. Im Januar 2005 wurden die wissenschaftliche Leistung, die Kohärenz des Forschungsprogramms und die forschungspolitische Bedeutung turnusgemäß durch ein unabhängiges, externes Expertengremium auf den Prüfstand gestellt. Das RWI hat diese Evaluation hervorragend bestanden (Stellungnahme des Senats der Leibniz-Gemeinschaft). Die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung hat im Mai 2006 die weitere Förderung des RWI bewilligt. Auch bei der Evaluierung im Jahr 2012 hat das RWI wieder hervorragend abgeschnitten (Stellungnahme des Senats der Leibniz-Gemeinschaft).

Das Institut

Information

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Sabine Weiler (Pressestelle)
Tel.: (0201) 8149-213,

Evaluierung

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